Datum21.10.2025 08:58
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Hamas hat die Leiche des israelischen Armeeangehörigen Tal Haimi, der am 7. Oktober 2023 getötet wurde, an Israel übergeben. Seine Familie überlebte im Schutzraum. Dies ist die dreizehnte Geiselleiche, die seit der Waffenruhe an Israel zurückgegeben wurde. US-Präsident Trump äußerte Bedenken über interne Rebellionen innerhalb der Hamas und drohte mit militärischen Konsequenzen, sollte die Organisation weiterhin Gewalt anwenden. US-Vizepräsident Vance reist nach Israel, um Sicherheits- und Diplomatiefragen zu erörtern.
InhaltTal Haimi wurde am 7. Oktober 2023 getötet, seine Leiche verschleppt. Nun hat die Hamas sie an Israel übergeben. Die Waffenruhe erscheint weiterhin fragil, Trump spricht von Rebellen innerhalb der Terrororganisation. Die Hamas hat am Vortag die sterblichen Überreste einer weiteren Geisel an das Rote Kreuz in Israel übergeben, jetzt ist sie identifiziert worden. Es handele sich um den 41-jährigen israelischen Staatsbürger und Armeeangehörigen Tal Haimi, teilte das Büro des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanyahu mit. Haimi war demnach bei dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 getötet und seine Leiche vom Kibbuz Nir Yitzhak an der Grenze zum Gazastreifen verschleppt worden. Seine Frau Ela Haimi, heute 42, und ihre drei Kinder überlebten im Schutzraum ihres Hauses. Wie es den Angehörigen geht, lesen Sie hier . Es ist die dreizehnte tote Geisel, die von der Hamas seit der Waffenruhe-Einigung an Israel übergeben wurde. Laut dem von US-Präsident Donald Trump vorangetriebenen Abkommen mit Israel hätte die Hamas neben den 20 von ihr in der vergangenen Woche übergebenen überlebenden Geiseln längst auch alle 28 toten Geiseln an Israel überstellen müssen. Die Hamas beruft sich darauf, dass es für sie schwierig sei, die Leichen zu finden, weil sie unter den Trümmern bombardierter Gebäude und Tunnel verschüttet seien. Mit Blick auf die fragile Waffenruhe zwischen Israel und der islamistischen Hamas sowie die jüngsten Zwischenfälle im Gazastreifen vermutet Trump Rebellen innerhalb der Terrororganisation. Der Republikaner sagte im Weißen Haus: "Ich glaube nicht, dass es die Führung war", aber es habe eine Rebellion unter ihnen gegeben und es seien viele Menschen getötet worden. Direkt davor sagte Trump, man habe eine Vereinbarung mit der Terrororganisation, dass sie sich "anständig benimmt". Sollte sie das nicht tun, werde man sie auslöschen. Das wisse die Hamas. Trump hatte bereits vor Tagen der Hamas mit dem Tod gedroht. Wenn die Terrororganisation weiter Menschen im Gazastreifen töte, "werden wir keine Wahl haben, als hineinzugehen und sie zu töten", hatte er auf der Plattform Truth Social geschrieben. Davor hatten Berichte über Tötungen im Gazastreifen durch Hamas-Kämpfer international für Empörung gesorgt. US-Vizepräsident JD Vance ist derweil auf dem Weg nach Israel. Er äußerte sich bei seiner Abreise aus Washington nicht gegenüber Journalisten. Geplant ist ein Treffen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu, wie dessen Büro erklärte. Netanyahu sagte, Vance werde am Dienstag in Israel für Gespräche über zwei Themen eintreffen: "die Sicherheitsherausforderungen, vor denen wir stehen, und die diplomatischen Möglichkeiten, die sich uns bieten". In einer Rede vor dem israelischen Parlament, der Knesset, in Jerusalem sagte Netanyahu, er gehe davon aus, gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump Friedensabkommen in der Region auszuhandeln. Bereits am Montag traf sich Netanyahu nach Angaben eines Regierungssprechers mit den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, um die Lage in der Region zu besprechen.