Datum19.01.2026 13:36
Quellewww.zeit.de
TLDRDie deutsche Produktion von Reisemobilen und Wohnwagen sank im vergangenen Jahr um 17 Prozent auf rund 99.000 Fahrzeuge, wie der Caravaning Industrie Verband (CIVD) auf der Stuttgarter Reisemesse berichtete. Hauptgrund war ein vorübergehendes Überangebot, das eine Produktionsdrosselung erforderlich machte. Trotz des Rückgangs bleibt die Nachfrage hoch, mit über 94.000 neu zugelassenen Fahrzeugen. Der Umsatz der Branche fiel auf 14,1 Milliarden Euro, bleibt jedoch stabil. Der CIVD zeigt sich optimistisch für 2026, da Flexibilität und Individualität beim Reisen zunehmend gefragt sind.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Deutsche Hersteller“. Lesen Sie jetzt „Verband: Weniger Reisemobile und Wohnwagen produziert“. Die deutschen Hersteller von Reisemobilen und Wohnwagen haben ihre Produktion im vergangenen Jahr deutlich zurückgefahren. Insgesamt verließen rund 99.000 Fahrzeuge die Werkshallen - und damit rund 17 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie der Caravaning Industrie Verband (CIVD) auf der Stuttgarter Reisemesse CMT mitteilte. Rund 42.000 davon wurden exportiert. Das Minus geht ähnlich stark auf Reisemobile und Wohnwagen zurück. Hauptgrund dafür war den Angaben nach ein vorübergehendes Überangebot. Bei stabiler Nachfrage sei sehr viel Bestand im Handel gewesen, sagte CIVD-Präsident Bernd Löher. Darauf hätten die Hersteller reagiert. Die Angebotsseite sei "ein bisschen" reduzieren worden, um eine Balance zu erreichen. Unter der symbolträchtigen Marke von 100.000 produzierten Fahrzeugen lag der Wert seit einigen Jahren nicht mehr. 2023 stellten deutsche Unternehmen - unter anderem befeuert von der Corona-Pandemie und dem anhaltenden Trend zum individuellen Reisen - noch gut 133.600 sogenannte Freizeitfahrzeuge her. Danach war die Produktion auf hohem Niveau gesunken. Die gedrosselte Produktion wirkte sich auch auf den Umsatz der Branche aus: Dieser sank 2025 auf rund 14,1 Milliarden Euro, ein Minus von etwa 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es handelt sich um den zweiten Rückgang in Folge. Die Erlöse der Branche hatten jahrelang zugelegt. Im Rekordjahr 2023 wurden 15,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Zum Gewinn macht der Verband keine Angaben. Trotz des Rückgangs bei der Produktion zeigte sich der Industrieverband mit der Gesamtentwicklung zufrieden. Denn generell bleibe die Nachfrage nach Freizeitfahrzeugen hoch: Bundesweit wurden im vergangenen Jahr gut 94.100 Reisemobile und Caravans neu zugelassen. Das sei zwar ein leichtes Minus im Vergleich zum Vorjahr. Das Niveau ist demnach aber generell hoch. Auch der Gebrauchtfahrzeugmarkt habe sich positiv entwickelt. Mit mehr als 192.000 Besitzumschreibungen erreichte er im vergangenen Jahr einen Rekord. CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso sprach von einer für Hersteller und Händler herausfordernden, aber stabilen Entwicklung. Die Branche habe ein Jahr mit innen- und geopolitischen Unsicherheiten sowie verhaltenem Konsumklima bewältigen müssen. Caravaning habe aber nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. "Im Gegenteil: Gerade in unsicheren und dynamischen Zeiten gewinnen Aspekte wie Flexibilität, Individualität und Selbstbestimmtheit beim Reisen an Bedeutung", sagte er. Der CIVD blickt daher vorsichtig optimistisch auf 2026. Man befinde sich trotz aller Widrigkeiten auf einem guten Weg. Deutsche Unternehmen sind dem Verband zufolge die wichtigsten Produzenten und Exporteure von Freizeitfahrzeugen in Europa. Bekannte sind unter anderem Bürstner, Dethleffs, Fendt Caravan, Hymer und Knaus Tabbert. Hierzulande ist auch der Markt groß: Fast die Hälfte aller neuen Reisemobile und Wohnwagen in Europa wurden im vergangenen Jahr in Deutschland angemeldet. Die CMT (Caravan, Motor und Touristik) ist nach eigenen Angaben die weltweit größte Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit. Besucher können sich dort unter anderem rund 1.200 Reisemobile ansehen. Die Messe läuft bis 25. Januar. © dpa-infocom, dpa:260119-930-566045/1