Datum19.01.2026 12:09
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Hanau-Überlebende Ibrahim Akkus ist am 10. Januar im Alter von 70 Jahren an den Spätfolgen seiner Verletzungen gestorben, die er bei dem rassistischen Anschlag 2020 erlitten hatte. Akkus litt jahrelang unter körperlichen und seelischen Folgen, war auf einen Rollstuhl angewiesen und erhielt Pflege von seiner Familie. Oberbürgermeister Claus Kaminsky erklärte, sein Tod sei eine Mahnung gegen Rassismus. Die Stadt Hanau betont, weiterhin gegen menschenfeindliche Ideologien vorgehen zu wollen.
InhaltSechs Jahre nach dem Hanauer Anschlag starb Ibrahim Akkus an den Nachwirkungen. Er habe lange unter den körperlichen und seelischen Folgen gelitten, teilte die Stadt mit. Sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau ist ein weiteres Opfer, Ibrahim Akkus, am 10. Januar im Alter von 70 Jahren gestorben. Das teilte die Stadt Hanau am Freitag mit. Akkus wurde in einer Bar von dem Täter Tobias R. angeschossen und dabei schwer verletzt. Er habe lange unter den körperlichen und seelischen Folgen des Anschlags gelitten, teilte die Stadt mit. Monatelang habe Akkus im Krankenhaus behandelt und mehrmals operiert werden müssen. Laut Angaben der Stadt sei er aufgrund der schweren Verletzungen auf einen Rollstuhl angewiesen gewesen. Zuletzt habe er sein Krankenbett nur noch selten verlassen können. Seine Frau und Tochter hätten ihn jahrelang gepflegt. Zwar hätte Akkus schon vor dem Anschlag als Folge einer Diabetes-Erkrankung ein Bein verloren und eine Prothese getragen, er sei aber mobil und selbstständig gewesen: In einem Interview habe er erzählt, dass er vor dem Angriff überall zu Fuß unterwegs gewesen sei, teilte die Stadt mit. Am 19. Februar 2020 hatte Tobias R. in Hanau neun Menschen mit Migrationshintergrund sowie seine Mutter und sich selbst getötet. Die Behörden hatten die Tat als rechtsextrem und rassistisch motiviert eingestuft. "Mit dem Tod von Ibrahim Akkus verlieren wir einen Menschen, dessen Leben durch den rassistischen Terroranschlag in unserer Stadt auf grausame Weise zerstört wurde", sagte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Sein Schicksal sei "Mahnung und Auftrag zugleich". Die Stadt werde "weiter alles daransetzen, dass Erinnerung, Verantwortung und der Einsatz gegen Rassismus und menschenfeindliche Ideologien fester Bestandteil unseres Handelns bleiben", sagte Kaminsky.