Kiel Institut für Weltwirtschaft: US-Amerikaner zahlen selbst für Zölle

Datum19.01.2026 12:16

Quellewww.zeit.de

TLDREine Studie des Kiel Instituts für Weltwirtschaft zeigt, dass die US-Strafzölle hauptsächlich von amerikanischen Importeuren und Verbrauchern getragen werden. Von den gestiegenen Zolleinnahmen von rund 200 Milliarden US-Dollar im letzten Jahr entfallen nur vier Prozent auf ausländische Exporteure. Die Zölle führen zu höheren Preisen für importierte Waren und reduzieren die Verfügbarkeit von Gütern in den USA. Forschungsdirektor Julian Hinz bezeichnet die Zölle als "Eigentor" und widerlegt die Annahme, dass ausländische Länder die Kosten tragen.

InhaltDie Kosten der US-Strafzölle bleiben einer Studie zufolge nicht an ausländischen Exporteuren hängen. 96 Prozent tragen Importeure und Verbraucher in den USA. Die US-Strafzölle belasten nicht die ausländischen Exporteure, sondern die amerikanische Wirtschaft selbst. Die Kosten tragen fast vollständig Importeure und Verbraucher in den USA, zeigt eine Studie des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel).  Die Wirtschaftsforscher analysierten mehr als 25 Millionen Lieferdatensätze mit einem Gesamtwert von fast vier Billionen US-Dollar an US-Importen. Dabei seien die Ergebnisse eindeutig: Die US-Zolleinnahmen stiegen im vergangenen Jahr um rund 200 Milliarden US-Dollar. Doch nur etwa vier Prozent der Zolllast trugen ausländische Exporteure, während 96 Prozent an US-Käufer weitergegeben wurden. Gleichzeitig brach das Handelsvolumen ein, ohne dass die Exportpreise sanken. "Die Zölle sind ein Eigentor", sagt Julian Hinz, Forschungsdirektor am IfW und Mitautor der Studie. "Die Behauptung, dass ausländische Staaten diese Zölle tragen, ist ein Mythos." Die Zölle verteuerten importierte Waren wie eine Konsumsteuer und verringerten zugleich Vielfalt und Menge der verfügbaren Güter.  Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.