Datum19.01.2026 12:10
Quellewww.spiegel.de
TLDRBDI-Präsident Leibinger kritisiert die Zollandrohung von US-Präsident Trump und unterstützt mögliche Gegenschritte der EU. Er fordert eine einheitliche und selbstbewusste Antwort Europas auf die Zolldrohungen, um den transatlantischen Beziehungen nicht weiter zu schaden. Leibinger hält Gegenzölle für plausibel und warnt davor, dass die US-Wirtschaft ebenfalls unter den zusätzlichen Strafzöllen leiden könnte. Er betont die Notwendigkeit der internationalen Kooperation und fordert die EU auf, den Dialog mit den USA aufrechtzuerhalten und Deeskalation anzustreben.
InhaltDie Zollandrohung aus Washington stößt in Europa auf Widerstand. Der Bundesverband der deutschen Industrie unterstützt mögliche Gegenschritte und verlangt eine "geschlossene und selbstbewusste Antwort" der EU. Der Präsident des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI) hat die Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump kritisiert und Verständnis für Gegenmaßnahmen der EU gezeigt. Die Eskalation des Streits rund um Grönland "setzt die transatlantischen Beziehungen völlig unnötig unter enormen Druck", sagte Leibinger. Es sei notwendig und richtig, "dass die Bundesregierung gemeinsam mit den europäischen Partnern deutlich macht, dass sie diese Drohung nicht hinnehmen wird". Auch dass das Europäische Parlament nun die Abstimmung über das Handelsabkommen mit den USA zunächst aufschiebe, sei für Leibinger nachvollziehbar. Dies gelte ebenfalls für mögliche Gegenzölle, diese seien in der aktuellen Phase plausibel. Die von US-Präsident Trump angekündigten zusätzlichen Strafzölle von zehn Prozent würden nach Einschätzung von Experten nicht nur europäische Unternehmen belasten, sondern auch der US-Wirtschaft selbst schaden. "Eine Reindustrialisierung der USA ohne internationale Kooperation ist eine Illusion", sagte Leibinger. Abschottung und die Sabotage von Zusammenarbeit führten, so der BDI-Präsident weiter, "ins wirtschaftliche Abseits". Daher sei es nun wichtig, dass Europa einig und selbstbewusst agiere. "Als letztes Mittel verfügt die EU über Instrumente, um sich Erpressungsversuchen zu erwehren", sagte Leibinger. Die EU müsse jedoch auch deutlich machen, dass sie für die USA ein unverzichtbarer strategischer Partner sei und bleibe. Sie müsse gleichzeitig Kanäle für Dialog offenhalten und auf Deeskalation drängen.