Oxfam-Bericht über Vermögen: Die Reichen der Welt werden immer reicher. Und reicher. Und noch reicher

Datum19.01.2026 02:08

Quellewww.spiegel.de

TLDRLaut einem Oxfam-Bericht besitzen weltweit 3000 Milliardäre ein Rekvermögen von 18,3 Billionen US-Dollar, was eine Steigerung von über 80 Prozent seit März 2020 darstellt. Während ihr Reichtum wächst, lebt fast die Hälfte der Menschheit in Armut. In Deutschland gibt es nun 172 Milliardäre, ihr Vermögen stieg um 30 Prozent auf 840,2 Milliarden US-Dollar. Oxfam fordert höhere Steuern für die Reichen, um die wachsende Einkommensschere zu verkleinern und antidemokratischen Tendenzen entgegenzuwirken.

InhaltWeltweit gibt es rund 3000 Milliardärinnen und Milliardäre – und noch nie besaßen sie so viel Vermögen wie jetzt. Das berichtet die Organisation Oxfam. In Deutschland leben demnach die viertmeisten Milliardäre. Es gibt immer mehr Milliardäre auf der Welt – und ihr Vermögen wächst und wächst. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam zum Start des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos veröffentlicht hat. Demnach besaßen die rund 3000 Milliardärinnen und Milliardäre weltweit im vergangenen Jahr ein Vermögen von 18,3 Billionen US-Dollar (umgerechnet etwa 15,75 Billionen Euro) – so viel wie nie zuvor. Seit März 2020 wurden sie inflationsbereinigt um mehr als 80 Prozent reicher. Gleichzeitig lebe fast die Hälfte der Menschheit in Armut, so Oxfam. Dem Bericht  liegen Daten aus verschiedenen Quellen zugrunde. So führte Oxfam etwa "Forbes"-Schätzungen zum Vermögen von Milliardären mit Daten der Weltbank und solchen aus dem UBS-Weltvermögensreport zusammen. Charlotte Becker, Oxfam Deutschland Im vergangenen Jahr sei das Vermögen der Milliardäre um 2,5 Billionen Dollar oder rund 16 Prozent gewachsen – und damit dreimal schneller als im Durchschnitt der Vorjahre, erklärt Oxfam. Die zwölf Reichsten hätten nun mehr Geld als die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung, das sind mehr als vier Milliarden Menschen. Der reichste Mann der Welt, Elon Musk, verdient nach Rechnung von Oxfam in vier Sekunden so viel wie ein Durchschnittsmensch in einem Jahr. Er müsste pro Sekunde mehr als 4500 Dollar verschenken, damit sein Vermögen schrumpfte. "Wir befinden uns in der Ära der Milliardärinnen und Milliardäre – und das ist keine gute Nachricht für die Welt", sagte Charlotte Becker, die Vorständin von Oxfam Deutschland. Der Reichtum an der Spitze konzentriere sich in nie dagewesenem Tempo. Laut Oxfam ist auch in Deutschland die Zahl der Milliardärinnen und Milliardäre im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, und zwar um ein Drittel auf nun 172. Damit habe Deutschland die viertmeisten Milliardäre weltweit. Ihr Gesamtvermögen habe inflationsbereinigt ebenfalls um rund 30 Prozent auf 840,2 Milliarden US-Dollar zugenommen. Insgesamt, so rechnet Oxfam, verdiene ein deutscher Milliardär in weniger als anderthalb Stunden das durchschnittliche Jahreseinkommen in Deutschland. Die Entwicklungsorganisation warnt, die große Lücke zwischen Arm und Reich sei auch hier "ein idealer Nährboden für antidemokratische Kräfte". Dem müsse die Bundesregierung mit höheren Steuern für die Reichsten entgegensteuern, forderte Oxfam. Zuletzt hatte die SPD eine höhere Steuer auf Erbschaften in Millionenhöhe vorgeschlagen, die Union lehnt das aber ab (mehr zu dem SPD-Plan hier  ).