Reichtum: Vermögen von Milliardären legt laut Oxfam-Bericht rasant zu

Datum19.01.2026 01:01

Quellewww.zeit.de

TLDRLaut einem Oxfam-Bericht sind die etwa 3.000 Milliardäre weltweit seit 2020 um 80 Prozent reicher geworden, mit einem Vermögen von rund 15,75 Billionen Euro. Die Hilfsorganisation warnt, dass ihr wachsender Einfluss die Demokratie gefährdet, da die zwölf reichsten Personen mehr besitzen als die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung. In Deutschland stieg die Zahl der Milliardäre innerhalb eines Jahres um ein Drittel. Oxfam fordert Maßnahmen der Regierung gegen soziale Ungleichheit, um antidemokratischen Kräften entgegenzuwirken.

InhaltDie etwa 3.000 Milliardäre auf der Welt wurden seit 2020 um 80 Prozent reicher. Die Hilfsorganisation Oxfam sieht ihren Einfluss als Gefahr für die Demokratie. Das Vermögen der Milliardäre auf der Welt wächst stetig. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam zum Start des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos veröffentlicht hat. Im vergangenen Jahr besaßen demnach die etwa 3.000 Milliardärinnen und Milliardäre weltweit ein Vermögen von umgerechnet rund 15,75 Billionen Euro. Seit 2020 wurden sie inflationsbereinigt um 80 Prozent reicher. Zur gleichen Zeit lebe fast die Hälfte der Menschheit in Armut, teilte Oxfam mit.  2025 sei das Vermögen der Milliardäre um etwa 16 Prozent gewachsen – dreimal schneller als im Durchschnitt der Jahre zuvor, teilte die Organisation weiter mit. Die zwölf reichsten Menschen hätten nun mehr Geld als die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung. Das sind mehr als vier Milliarden Menschen.  Für den Bericht führte Oxfam unter anderem Schätzungen des Magazins Forbes zum Vermögen von Milliardären mit Daten der Weltbank und solchen aus dem UBS-Weltvermögensreport zusammen.  "Superreiche stützen ihre politische Macht durch finanzielle Einflussnahme auf Politik, Eigentum und Kontrolle von Medien und direkten Zugang zu politischen Ämtern", warnte Oxfam. "Das gefährdet die Demokratie." Am Beispiel der USA sei zu sehen, wie sich die Wirtschaftsmacht der Superreichen immer deutlicher in politischer Macht niederschlage und die Demokratie aushöhle, sagte Charlotte Becker, Vorständin von Oxfam Deutschland. Dabei konzentriere sich der Reichtum an der Spitze zuletzt "in noch nie dagewesenem Tempo".  In Deutschland stieg die Zahl der Milliardäre und Milliardärinnen laut dem Bericht allein im vergangenen Jahr ein Drittel auf 172. Im Durchschnitt würden diese Superreichen in weniger als eineinhalb Stunden das durchschnittliche Jahreseinkommen in Deutschland verdienen. Immer mehr Superreiche auf der einen und sich verfestigende Armut auf der anderen Seite seien auch hierzulande ein Nährboden für antidemokratische Kräfte, sagte Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland. Die Bundesregierung müsse entschieden gegensteuern.