Datum18.01.2026 17:03
Quellewww.zeit.de
TLDRUS-Präsident Donald Trump hat einen neuen "Friedensrat" ins Leben gerufen, der sich globalen Krisen widmen soll. Staaten können einen unbefristeten Sitz erhalten, wenn sie jährlich eine Milliarde US-Dollar beitragen. Kritiker sehen in dem Rat eine Konkurrenz zu den Vereinten Nationen, die Trump als ineffektiv kritisiert. Der Rat ist Teil von Trumps Friedensplan für den Gazastreifen und soll die Übergangsregierung beaufsichtigen. Trump wird den Vorsitz führen, und die Mitgliedschaft erlischt nach drei Jahren, sofern kein Beitrag geleistet wird.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „USA“. Lesen Sie jetzt „Trumps "Friedensrat" soll weltweit Krisen lösen“. Im neu geschaffenen "Friedensrat" von US-Präsident Donald Trump können sich Staaten unbefristet einen Sitz sichern, wenn sie innerhalb eines Jahres eine Milliarde US-Dollar zum Etat beisteuern. Dies geht aus dem Entwurf der Charta hervor, über den mehrere Medien berichteten und dessen vollständigen Text die "Times of Israel" veröffentlichte. Aus den 13 Kapiteln geht zudem hervor, dass die US-Regierung das Mandat des Rats stark erweitern möchte – über den bisherigen Fokus auf die Befriedung und den Wiederaufbau des Gazastreifens hinaus. Der Rat soll sich demnach um Krisen und Konflikte rund um den Globus kümmern. Kritiker sprechen daher schon von einer möglichen Konkurrenz zu den Vereinten Nationen, die Trump immer wieder als dysfunktional kritisiert. Diese Kritik klingt auch in der Präambel an. Dort wird festgestellt, dauerhafter Frieden erfordere "pragmatisches Urteilsvermögen, vernünftige Lösungen und den Mut, von Ansätzen und Institutionen abzuweichen, die allzu oft gescheitert sind". Ziel sei ein "agileres und effektiveres" internationales Gremium zur Friedensförderung. Dem bisherigen Konzept zufolge soll sich der Rat auf den Gaza-Konflikt konzentrieren. Das Gremium gehört zur zweiten Phase von Trumps Friedensplan für den Gazastreifen, die ein dauerhaftes Kriegsende und die Entwaffnung der Terrororganisation Hamas vorsieht, was diese ablehnt. Das Gremium soll die neue Übergangsregierung des Küstenstreifens beaufsichtigen. Mehrere Staats- und Regierungschefs sind nach eigenen Angaben jüngst von Trump eingeladen worden, am sogenannten Friedensrat mitzuwirken. Einladungen erhielten demnach etwa der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi, Argentiniens Präsident Javier Milei und Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban. In dem Entwurf der Charta ist festgelegt, dass Trump den Vorsitz führt und dass nur von ihm eingeladene Staats- und Regierungschefs Mitglieder sein können. Die reguläre Mitgliedschaft endet demnach nach drei Jahren – es sei denn, Länder zahlen eine Milliarde US-Dollar in den Etat des Rats ein. Änderungen an dem Dokument können demnach mit Zwei-Drittel-Mehrheit der Mitglieder beschlossen werden, mit zusätzlicher Bestätigung des Vorsitzenden. Weiter heißt es, der Friedensrat löse sich unter anderem zu dem Zeitpunkt auf, "den der Vorsitzende für notwendig oder angemessen hält". © dpa-infocom, dpa:260118-930-563047/1