Proteste: Solidaritätsdemo in Dresden - Kritik am iranischen Regime

Datum18.01.2026 17:06

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Dresden fand eine Solidaritätsdemonstration unter dem Motto "All Eyes on Iran" statt, bei der mehrere hundert Menschen auf die Situation im Iran aufmerksam machten. Organisiert vom Zentrum Interkultureller Verständigung, kritisierten Redner, darunter SPD-Abgeordnete Rasha Nasr und Grünen-Abgeordneter Kassem Taher Saleh, das iranische Regime wegen Repression und Hinrichtungen. Es wurden auch Forderungen an die Bundesregierung gestellt, Exil-Iraner zu schützen und gegen Spionageorganisationen vorzugehen. Die Proteste im Iran fordern ein Ende der Islamischen Republik, nachdem Tausende getötet und verletzt wurden.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Proteste“. Lesen Sie jetzt „Solidaritätsdemo in Dresden - Kritik am iranischen Regime“. Mit einer Solidaritätsdemonstration unter dem Motto "All Eyes on Iran" haben mehrere hundert Menschen in Dresden auf die Lage im Iran aufmerksam gemacht. Zu der Kundgebung hatte das Zentrum Interkultureller Verständigung Dresden (ZIVD) aufgerufen. Wie die Polizei auf Anfrage mitteilte, verlief die Versammlung störungsfrei. Die Demonstration begann am frühen Nachmittag am "Goldenen Reiter" und führte als Aufzug in die Innenstadt bis zur Frauenkirche. Die Dresdner SPD-Bundestagsabgeordnete Rasha Nasr schrieb auf Instagram, es hätten mehr als 350 Menschen an dem Protest teilgenommen. Die Polizeidirektion Dresden äußert sich in der Regel nicht zu Teilnehmerzahlen bei Demonstrationen. Bei der Kundgebung sprachen nach Angaben des Veranstalters unter anderem Nasr sowie der Grünen-Bundestagsabgeordnete Kassem Taher Saleh. In Redebeiträgen wurde das iranische Regime wegen anhaltender Repression und Hinrichtungen kritisiert. Zudem wurden Forderungen an die Bundesregierung erhoben - darunter mehr Schutz für Exil-Iranerinnen und -Iraner sowie ein konsequenteres Vorgehen gegen mutmaßliche Einfluss- und Spionagestrukturen.  In mehreren deutschen Städten haben am Wochenende Tausende Demonstranten gegen das islamische Regime im Iran protestiert und einen Wechsel gefordert. Eine dramatische Wirtschaftskrise und sehr hohe Inflation hatten Ende Dezember Proteste im Iran ausgelöst, die das Ende der Islamischen Republik fordern. Der Sicherheitsapparat reagierte mit brutaler Härte. Bei den Massenprotesten sollen nach Informationen der Zeitung "The Sunday Times" bisher 16.500 bis 18.000 Menschen getötet worden sein. Mitarbeiter in 8 großen Augenkliniken und 16 Notaufnahmen im Land hätten die Zahlen zusammengestellt. Weitere Hunderttausende Menschen sollen demnach verletzt worden sein.  Irans oberster Führer Ali Chamenei hatte am Samstag erstmals eingeräumt, dass es Tausende Tote während der Proteste gegeben habe. © dpa-infocom, dpa:260118-930-563064/1