Datum18.01.2026 15:00
Quellewww.spiegel.de
TLDRBei einer NATO-Militärübung in Grönland müssen Soldaten extrem herausfordernde Bedingungen meistern, wie Chef des Arktischen Kommandos Søren Andersen betont. Temperaturschwankungen bis zu -40 Grad, eisige Fahrwasser und fehlende Deckung stellen besondere Anforderungen an die Ausrüstung und das Training. Andersen prichtet die Notwendigkeit spezieller Winterausrüstung und betont die enge Zusammenarbeit mit Deutschland. Der Hintergrund der Übung ist die geopolitische Spannungen, die durch Donald Trumps Annexionspläne für Grönland verstärkt wurden.
InhaltBis zu 40 Grad – minus. Keine Bäume, Fahrwasser voller Eis: Soldatinnen und Soldaten europäischer Nato-Staaten erwarten bei einer Militärübung auf Grönland widrige Bedingungen, mahnt der Chef des Arktischen Kommandos. Soldatinnen und Soldaten europäischer Nato-Staaten müssen sich bei einer Militärübung auf Grönland auf besondere Herausforderungen einstellen. Darauf hat der Chef des Arktischen Kommandos, Søren Andersen, in Nuuk hingewiesen. "Es ist sehr, sehr beschwerlich, hier oben zu operieren, vor allem auf dem Land", sagte Andersen. Dafür sei "Training notwendig". "Wir, meine Soldaten hier oben, sind das gewohnt, aber es gibt sehr viele Einheiten der Streitkräfte – auch in Dänemark – die es auch nicht gewohnt sind, hier oben zu arbeiten", sagte der Kommandochef. Es sei eine besondere Ausrüstung nötig, "besondere Schlafsäcke, eine besondere Winterausrüstung". Zudem sei es einfach "speziell, in einer Umgebung zu arbeiten, in der es keine Bäume gibt, man kann sich schwer verstecken, deshalb muss man auf eine ganz bestimmte Art und Weise operieren, und das ist etwas, das man lernen muss", sagte der Kommandochef. Nachdem US-Präsident Donald Trump wiederholt Annexionspläne geäußert hatte, hatten mehrere Nato-Staaten, darunter Deutschland und Frankreich, Soldaten nach Grönland geschickt. Ziel war den Angaben zufolge eine Erkundungsmission. Am Sonntag befanden sich die Bundeswehrsoldaten wieder auf dem Rückweg. Trump hatte den Streit zuvor eskalieren lassen und zusätzliche Zölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Länder ab Anfang Februar angekündigt. Die gestaffelten Zölle sollen so lange gelten, bis ein Abkommen über den vollständigen Kauf der Arktisinsel erzielt werde, teilte Trump mit. Kommandochef Andersen bezeichnete Deutschland als einen engen Partner Dänemarks, "mit dem wir unglaublich gut zusammenarbeiten". Das deutsche Militär habe viele Kapazitäten. "Das können sowohl Spezialeinheiten sein als auch Flugzeuge", sagte Andersen, er nannte zudem U-Boote und Schiffe, die im hohen Norden trainieren könnten. Es sei anders als in der Ostsee zu arbeiten: "Die Fahrwasser hier sind voller Eis, es ist gefährlich, hier Schiff zu fahren, es sind andere Wellen hier oben", sagte Andersen. "Es herrschen Minusgrade. Wenn wir nach Kangerlussuaq kommen, kann es an einem ganz normalen Wintertag minus 30, minus 40 Grad kalt sein."