Datum18.01.2026 14:02
Quellewww.spiegel.de
TLDRElon Musk und Ryanair-Chef Michael O’Leary haben sich in einem öffentlichen Streit über den Einbau von Musks Starlink-Satelliteninternet in Ryanair-Flugzeugen angezickt. O’Leary bezeichnete Musk als "Idiot" und kritisierte die technischen und kostlichen Aspekte von Starlink. Er lehnt den Einbau ab, da er eine Erhöhung des Treibstoffverbrauchs befürchtet. Musk konterte, dass schnelles Internet für Flugreisende entscheidend sei und verwies auf andere Airlines, die bereits Starlink nutzen. Die Lufthansa plant ab 2026, ihre Flotten auszurüsten, wurde jedoch von der SPD-Bundestagsfraktion kritisiert.
InhaltSollen Ryanair-Flugzeuge mit WLAN an Bord ausgerüstet werden? Darüber liefern sich Elon Musk und Ryanair-CEO O'Leary einen öffentlichen Schlagabtausch – mit unsachlichen Beleidigungen. Zwischen SpaceX‑Chef Elon Musk und Ryanair‑Chef Michael O’Leary ist ein offener Streit über den Einbau des Satelliteninternets Starlink in Flugzeugen entbrannt. Wie das US-Portal "Politico" berichtet , bezeichneten sich beide gegenseitig als Idioten – und warfen sich falsche Angaben zu Technik und Kosten vor. Auslöser war ein Radio-Interview O’Learys , in dem er Musks Angebot für WLAN an Bord als unattraktiv abtat. Darin erzählte er, dass Musk ihn zuvor als "falsch informiert" kritisiert habe, weil Ryanair sich weigere, seine Flugzeuge mit Starlink auszurüsten. O’Leary reagierte mit persönlichen Angriffen auf Musk: Er schenke ihm keinerlei Beachtung und er sei "ein Idiot – ein sehr reicher zwar, aber immer noch ein Idiot". Dessen Plattform X nannte O'Leary eine "Kloake". Musk konterte auf X, bezeichnete den Ryanair-Chef ebenfalls als "Idiot" und forderte, er solle gefeuert werden. Zudem warf er O’Leary vor, den Einfluss der Antennen auf den Treibstoffverbrauch "um den Faktor zehn" falsch einzuschätzen. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Hinter dem Schlagabtausch steht ein wirtschaftlicher Streit: Ryanair lehnt Starlink‑Antennen auf seinen mehr als 600 Boeing‑737‑Jets ab. Die zusätzliche Außenverkleidung erhöhe den Luftwiderstand und damit den Kerosinverbrauch, argumentiert O’Leary. Er geht von rund zwei Prozent Mehrverbrauch aus – das könne die Airline jährlich Hunderte Millionen Dollar kosten. Auf Kurzstrecken seien Passagiere zudem kaum bereit, für WLAN zu zahlen. Musk bestreitet die Annahmen und verweist auf andere Airlines, die bereits Starlink einsetzen. Schnelles Internet an Bord werde für viele Reisende ein entscheidender Faktor bei der Flugbuchung, sagt er. Eine Airline, die jüngst einen Deal mit Musk abgeschlossen hat, ist die Lufthansa Gruppe. Vergangene Woche gab das Unternehmen bekannt , dass man ab der zweiten Jahreshälfte 2026 nach und nach alle rund 850 Flugzeuge mit der neuen Technik ausrüsten wolle. Starlink biete die derzeit schnellsten Internetverbindungen während des Fluges an. Durch eine höhere Bandbreite und Geschwindigkeit sollen künftig Streaming, Cloud-basiertes Arbeiten und weitere Highspeed-Anwendungen während des Fluges ermöglicht werden. Im Jahr 2029 sollen alle Flugzeuge über die neue Technik verfügen. Die SPD-Bundestagsfraktion kritisierte die Entscheidung der Lufthansa als "schwer nachvollziehbar". Mit der Entscheidung für Starlink mache sich die Lufthansa Gruppe abhängig von der Technologie und dem Geschäftsgebaren von Elon Musk, hieß es. Europa und europäische Schlüsselunternehmen dürften sich "nicht sehenden Auges in problematische Abhängigkeiten begeben", hieß es von der SPD-Fraktion.