Konjunkturbarometer: Hamburgs Wirtschaft bleibt trotz leichter Erholung skeptisch

Datum18.01.2026 13:33

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Hamburger Wirtschaft zeigt sich trotz einer leichten Aufhellung im vierten Quartal 2025 skeptisch gegenüber der Zukunft. Mit 88,5 Punkten auf der Geschäftsklima-Skala sind die Erwartungen von etwa einem Drittel der Unternehmen, insbesondere in den Sektoren Medien und Einzelhandel, pessimistisch. Risiken wie wirtschaftspolitische Bedingungen und Inlandsnachfrage dominieren die Sorgen. Die Investitionen bleiben zurückhaltend, und viele Unternehmen erwarten stagnierende oder abnehmende Beschäftigung. Die Handelskammer fordert von der Politik mutige Reformen und gezielte Investitionen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Konjunkturbarometer“. Lesen Sie jetzt „Hamburgs Wirtschaft bleibt trotz leichter Erholung skeptisch“. Die Hamburger Wirtschaft blickt trotz einer leichten Aufhellung im letzten Quartal 2025 sorgenvoll in die Zukunft. Auf einer Skala von 0 bis 200 bewerteten Unternehmen das Geschäftsklima im vierten Quartal zwar durchschnittlich mit 88,5 Punkten und damit 4,1 Punkte besser als im Vorquartal, wie die Handelskammer Hamburg mitteilte.  Die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate seien jedoch bei rund einem Drittel der Betriebe pessimistisch - und zwar vor allem in den Bereichen Medien, Bau- und Verkehrsgewerbe sowie Einzelhandel.  Das Geschäftsklima setzt sich aus Angaben der Unternehmen zur Geschäftslage und -erwartung zusammen. Die Handelskammer wertete nach eigenen Angaben 601 Antworten aus, die zwischen dem 11. Dezember 2025 und dem 12. Januar 2026 - und damit vor den jüngsten Entwicklungen rund um den Grönland-Konflikt und die neuesten Zoll-Drohungen eingingen. Die Stimmung der lokalen Wirtschaft ist auch langfristig betrachtet eher schlecht. Der Mittelwert des Geschäftsklimas lag seit dem Jahr 2000 bei 105,9 Punkten. Der bislang höchste Wert wurde mit 133,6 Punkten im zweiten Quartal 2007 ermittelt, der niedrigste mit 47,9 Punkten zu Beginn der Corona-Pandemie im ersten Quartal 2020. Als größte Risiken nannten die Unternehmen den Angaben zufolge erneut die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (68,2 Prozent), die Inlandsnachfrage (57,1 Prozent) sowie die Arbeitskosten (50,9 Prozent). Entsprechend der Lage ist auch mit einem leichten Rückgang der Investitionen zu rechnen. So plane rund die Hälfte mit gleichbleibenden Ausgaben, 22 Prozent planten sogar mit steigenden Investitionen. 26,2 Prozent wollten aber weniger ausgeben. Investiert werde vor allem in den Ersatz bestehender Anlagen und zunehmend in Rationalisierung – weniger in Kapazitätsausbau oder Umweltschutz. Auch bei der Beschäftigung überwiege Zurückhaltung: Sechs von zehn Unternehmen erwarteten einen gleichbleibenden Personalbestand, etwas mehr rechneten mit einem Abbau als mit einem Aufbau von Stellen.  Noch vor den jüngsten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump rechnete die Hamburger Wirtschaft mit steigenden Exporten. So ging im Konjunkturbarometer knapp ein Drittel der exportierenden Unternehmen 2026 von steigenden Ausfuhren aus, nur wenige von Rückgängen. Der Überhang der optimistischen Stimmen stelle dabei im Vergleich zu den Befragungen vor drei Monaten und vor einem Jahr eine merkliche Verbesserung dar.  "Unsere Unternehmen erwarten von der Politik starke Impulse für die Zukunft und Mut: Mut zur Vision, Mut zu Reformen, die auch endlich umgesetzt und nicht nur angekündigt werden", mahnte Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Malte Heyne. Zentrale Aufgaben seien konsequente Investitionen in Sicherheit und Infrastruktur, die Beschleunigung von Verfahren sowie die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. © dpa-infocom, dpa:260118-930-562163/1