Datum18.01.2026 13:20
Quellewww.zeit.de
TLDRThüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John kritisierte die Zolldrohungen von US-Präsident Trump als "Erpressungsversuch wie aus einem schlechten Western". Sie warnte, dass die Handelsbeziehungen zu den USA unsicher seien und Europa sich überlegen müsse, ob die bisherigen Zugeständnisse im Zollkonflikt sinnvoll waren. Boos-John forderte mehr Freihandelsabkommen, um die Abhängigkeit von den USA und China zu reduzieren. Trumps angekündigte Zölle betreffen mehrere europäische Länder und sind an den Kauf Grönlands geknüpft.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Außenhandel“. Lesen Sie jetzt „Ministerin: Trumps Zolldrohung "wie aus schlechtem Western"“. Die Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber Deutschland und anderen Ländern sorgen in Thüringen für Kritik. Wirtschaftsministerin Colette-Boos John (CDU) sprach von einem "Erpressungsversuch wie aus einem schlechten Western". Es zeige sich immer mehr, dass auf Absprachen mit dem wichtigsten Handelspartner USA derzeit kein Verlass sei. "Der Zolldeal wackelt jetzt, und das ist bedauerlich, weil bei einem Handelskonflikt am Ende alle Seiten verlieren würden." Europa müsse sich fragen, ob das Entgegenkommen im Zollkonflikt des vergangenen Jahres wirklich die richtige Strategie gewesen sei, um zu verlässlichen Handelsbeziehungen mit den USA zu kommen, so die Ministerin. Am Ende könne Europa nur eines tun: "mehr Europa wagen und sich auf eigene Stärken besinnen." Boos-John lobte die Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens zwischen der EU und südamerikanischen Staaten vom Wochenende. Europa brauche solche Freihandelsabkommen, um seine Abhängigkeit von den USA oder China zu reduzieren, sagte sie. Es brauche mehr solcher Verträge, etwa auch mit Indien oder Australien, forderte sie. Trump hatte zuletzt Zölle gegen Deutschland sowie Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland angekündigt: auf alle Waren zunächst ab 1. Februar 10 Prozent und ab 1. Juni 25 Prozent - solange, bis eine Einigung über den "vollständigen und umfassenden Kauf Grönlands" erzielt sei. Eigentlich hatten sich die EU und die USA im vergangenen Jahr im Zollkonflikt auf einen Deal verständigt, dem das EU-Parlament noch zustimmen muss. Demnach soll der US-Zoll von 15 Prozent für die meisten europäischen Produkte gelten. Zölle auf US-Industriegüter dagegen sollen vollständig abgeschafft werden, und Barrieren für den Import von bestimmten Lebensmitteln sollen fallen. © dpa-infocom, dpa:260118-930-562103/1