Ukraine-Krieg: Zwei Tote bei russischen Angriffen auf Energieinfrastruktur

Datum18.01.2026 12:53

Quellewww.spiegel.de

TLDRRussland hat die Ukraine erneut mit über 200 Drohnen angegriffen, was zu zwei Toten und vielen Verletzten geführt hat. Präsident Selenskyj berichtete von einer Eskalation der Luftangriffe, die auch die Energieinfrastruktur stark getroffen haben – bei Temperaturen von bis zu minus 16 Grad. Die Ukraine benötigt dringend mehr Unterstützung und Luftabwehrraketen von ihren Verbündeten. Moskau blockiert diplomatische Bemühungen und versucht, die Konflikte zu verlängern. Ein Massenangriff fiel mit Gesprächen über Sicherheitsgarantien in Miami zusammen.

InhaltZwei Tote, Dutzende Verletzte: Russland hat die Ukraine erneut mit mehr als 200 Drohnen bombardiert. Sie treffen ein Land, das bereits unter extremer Kälte und beschädigter Infrastruktur leidet. Bei neuen russischen Luftangriffen sind in der Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj Dutzende Menschen verletzt und mindestens zwei getötet worden. "Mein Beileid gilt ihren Familien und Angehörigen", teilte der Staatschef am Morgen in den sozialen Netzwerken mit. Russland habe erneut mehr als 200 Drohnen gegen die Ukraine eingesetzt. Betroffen gewesen seien die Gebiete Sumy, Charkiw, Dnipropetrowsk, Saporischschja, Chmelnyzkyj und Odessa. Das ukrainische Militär meldete laut der Nachrichtenagentur Reuters, an 15 Orten seien insgesamt 30 Angriffe registriert worden. Selenskyj sprach von einer neuen Eskalationsstufe: "Allein in dieser Woche wurden mehr als 1300 Angriffsdrohnen, rund 1050 Gleitbomben und insgesamt 29 Raketen verschiedener Typen eingesetzt", sagte Selenskyj und forderte erneut mehr Hilfe von den Verbündeten. Die Ukraine brauche dringend zusätzliche Luftabwehrraketen, sagte er. In einem veröffentlichten Video  zeigte er Zerstörungen in mehreren Städten. Nach seinen Worten versucht Russland zudem, den diplomatischen Prozess zu blockieren und die Kämpfe gezielt zu verlängern. Moskau habe seine Winteroffensive gegen das Energiesystem verstärkt und führe gleichzeitig Bodenoffensiven. Die Folgen für die Bevölkerung seien gravierend: Durch die Angriffe auf Energieinfrastruktur kommt es immer wieder zu großflächigen Strom- und Heizungsausfällen. Ziel sei es, die Ukraine zu einem Friedensplan zu russischen Bedingungen zu drängen – was Kyjiw strikt ablehnt. Die Lage verschärft sich durch Temperaturen von bis zu minus 16 Grad, etwa in der Hauptstadt Kyjiw. Das Stromnetz sei ohnehin geschwächt, sagte Selenskyj. Reparaturteams arbeiteten unter extremen Bedingungen rund um die Uhr, um Leitungen und Anlagen zu stabilisieren. Auch in russischen Regionen kämpfen Einsatzkräfte nach ukrainischen Gegenangriffen gegen Stromausfälle. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, 63 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben. Zu möglichen Treffern oder Schäden machte Moskau wie üblich keine Angaben. Nach übereinstimmenden Einschätzungen der Behörden sind die Schäden auf russischer Seite jedoch deutlich geringer als in der Ukraine. Der jüngste Massenangriff fällt zeitlich mit Gesprächen zwischen US‑ und ukrainischen Regierungsvertretern in Miami zusammen. Dabei geht es um langfristige Sicherheitsgarantien und ein umfangreiches Wiederaufbauprogramm für die Zeit nach dem Krieg.