Gewalt bei Zweitligaspiel: Hertha-Chef will Zusammenstöße von Fans und Polizei aufarbeiten

Datum18.01.2026 10:05

Quellewww.zeit.de

TLDRNach dem Zweitligaspiel Hertha BSC gegen Schalke 04, das von gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Fans und Polizei überschattet wurde, hat Hertha-Chef Peter Görlich eine umfassende Aufarbeitung der Vorfälle angekündigt. Über 50 Personen wurden verletzt, darunter 31 Fans und 21 Polizisten. Die Polizei berichtet von gewalttätigen Angriffen durch Fangruppen, während die Fanhilfe von Polizeigewalt spricht. Diese Auseinandersetzungen bringen das Thema Gewalt im Fußball erneut in den Fokus der Politik und Sportfunktionäre.

InhaltNach gewalttätigen Auseinandersetzungen rund um das Spiel Hertha BSC gegen Schalke 04 soll der Vorfall aufgearbeitet werden. Polizei und Fanhilfe widersprechen sich. Nach Zusammenstößen zwischen Hertha-Fans und Polizeibeamten beim Zweitliga-Spiel gegen Schalke 04 hat der Geschäftsführer von Hertha BSC, Peter Görlich, eine intensive Aufarbeitung der Vorfälle angekündigt. Bei dem Vorfall am Samstagabend waren mehr als 50 Menschen verletzt worden, es gab mehrere Festnahmen. "Dieses Spiel hätte einen Support verdient. Dieses Spiel hätte tatsächlich im weiten Rund volle Plätze verdient. Das ist sehr schade, aber es geht ans Aufarbeiten und wir werden die Faktenlage zusammentragen und dann anständige Antworten geben und uns auch dementsprechend positionieren", sagte Görlich nach dem Zwischenfall vor dem Osttor des Olympiastadions.  Vor dem 0:0 der Berliner gegen den Tabellenführer aus dem Ruhrpott war es beim Einlass der Heimfans zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Nach Polizeiangaben wurden mehr als 50 Menschen verletzt, darunter 31 Fans und 21 Einsatzkräfte. Die Polizei sprach in einer Stellungnahme am späten Samstagabend auf X "von gewalttätigen Angriffen einzelner Fangruppen auf unsere Einsatzkräfte". Demnach hätte die Polizei "zum Schutz von Einsatzkräften und unbeteiligten Zuschauern" Pfefferspray einsetzen müssen. Die Fanhilfe Hertha BSC stellte die Sachlage in einem Statement anders dar: "Vor dem heutigen Spiel gegen die Mannschaft aus Gelsenkirchen kam es zu massiver Polizeigewalt gegen wartende Fans am Eingang zur Ostkurve." Es habe "Provokationen der Hundertschaften" gegeben und "eine Festnahme ohne ersichtlichen Grund". Nach monatelangen Debatten über Gewalt und Stadionsicherheit beim Fußball hatte die Deutsche Fußball Liga (DFL) im Dezember zusätzliche Schritte zur "Stärkung der Sicherheit" in deutschen Stadien beschlossen. Ein geplanter Beschluss der Innenministerkonferenz wurde jedoch aufgrund heftiger Proteste zunächst ausgesetzt. Das Thema Gewalt unter Fußballfans beschäftigt Politik und Funktionäre.