Gesundheitssystem: Krankenkassen-Spitzenverband stellt sich gegen Praxisgebühr

Datum18.01.2026 10:07

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Krankenkassen-Spitzenverband GKV, vertreten durch Oliver Blatt, lehnt eine neue Praxisgebühr ab, trotz drohender hoher Ausgaben im Gesundheitssystem. Er kritisiert Vorschläge, die zulasten von Patienten gingen, und betont die Unzufriedenheit wegen langer Wartezeiten bei Fachärzten. Statt Gebühren fordert der Verband grundlegende Strukturreformen zur Kostensenkung in der Versorgung. Für 2023 prognostiziert die GKV ein Ausgabenplus von 6,5 Prozent, während die Einnahmen nur um vier Prozent steigen, was ein "Milliardenloch" zur Folge haben könnte.

InhaltIn der medizinischen Versorgung droht laut Krankenkassen wegen hohen Ausgaben ein "Milliardenloch". Der Spitzenverband lehnt eine neue Praxisgebühr trotzdem ab. Der Vorstandsvorsitzende des Krankenkassen-Spitzenverbandes GKV, Oliver Blatt, hat sich gegen eine neue Praxisgebühr ausgesprochen. Auch Karenztage ohne Lohnfortzahlungen lehnte er ab. Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte Blatt: "All diese Vorschläge eint, dass sie den Weg des geringsten Widerstands suchen und alle zulasten von Patientinnen und Patienten und Beitragszahlenden gehen". Die Menschen seien ohnehin schon unzufrieden mit langen Wartezeiten bei Fachärzten, da könne man ihnen nicht auch noch "Eintrittsgeld für den Arztbesuch" abverlangen. Die Kassen seien der Ansicht, dass es grundlegende Strukturreformen brauche, um bei den Ausgaben für Krankenhäuser, der ambulanten Versorgung und den Arzneimitteln zu Einsparungen zu kommen. Dieses Jahr erwarte die GKV Ausgabensteigerungen von 6,5 Prozent und Einnahmesteigerungen von vier Prozent, sagte Blatt. Es drohe ein weiteres "Milliardenloch".   Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.