Kuba produziert offenbar nur die Hälfte des eigenen Strombedarfs

Datum18.01.2026 09:08

Quellewww.spiegel.de

TLDRKuba produziert nur etwa die Hälfte seines Strombedarfs, was auf die derzeit schlimmste Wirtschaftskrise seit der Sowjetära und eine Abhängigkeit von venezolanischem Öl zurückzuführen ist. Offizielle Statistiken zeigen ein durchschnittliches Stromdefizit von 49,8 Prozent. Die US-Regierung unter Trump droht, Öl- und Geldlieferungen an Kuba zu stoppen. Das marode Stromnetz kann aufgrund des US-Embargos und unzureichender staatlicher Investitionen nicht modernisiert werden. Die kubanische Bevölkerung leidet unter ständigen Stromausfällen, Inflation und Versorgungsmängeln.

InhaltDas kubanische Regime befindet sich in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Die Stromknappheit könnte sich weiter verschärfen. Der Grund: Druck aus den USA. Vorwärts immer, rückwärts nimmer? Kuba hat offiziellen Angaben zufolge im vergangenen Jahr nur rund die Hälfte seines Strombedarfs erzeugt. Von Anfang Januar bis Ende Dezember 2025 habe das Land im Durchschnitt ein Stromdefizit von 49,8 Prozent gehabt, heißt es in offiziellen Statistiken, die der Nachrichtenagentur AFP vorlagen. Der Strombedarf des Landes liegt demnach zu Spitzenzeiten bei rund 3300 Megawatt. Die Stromknappheit könnte sich angesichts jüngster Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber Havanna weiter verschärfen: Nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela gerät Kuba zunehmend ins Visier der US-Regierung. Es werde "kein weiteres Öl oder Geld nach Kuba gehen", sofern Havanna nicht bereit sei, einen "Deal abzuschließen", erklärte Trump vergangenen Sonntag. Das kommunistische Kuba ist in hohem Maß von venezolanischen Öllieferungen abhängig. Seit 2000 gilt die sozialistische Regierung in Caracas als ideologischer Verbündeter Kubas und Hauptlieferant von stark subventioniertem Öl. Kuba befindet sich in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion: Der Inselstaat produziert seinen Strom in acht veralteten Kraftwerken. Nach Angaben der Regierung in Havanna trägt das US-Embargo gegen den Inselstaat dazu bei, dass das marode Stromnetz nicht überholt werden kann. Ökonomen führen zudem unzureichende staatliche Investitionen in die Energieversorgung an. Die Installation von rund 40 von China finanzierten Solarparks hat die Situation noch nicht entschärft: Neben den ständigen Stromausfällen von bis zu 20 Stunden am Tag machen auch eine hohe Inflation sowie Lebensmittel- und Medikamentenknappheit der kubanischen Bevölkerung zu schaffen.