Datum18.01.2026 07:40
Quellewww.spiegel.de
TLDRUS-Präsident Donald Trump befürwortet einen Machtwechsel im Iran, nachdem der oberste Führer Ali Khamenei ihn als "Verbrecher" bezeichnete. Khamenei macht Trump für die anhaltenden landesweiten Proteste verantwortlich. Trump warnte die iranischen Machthaber vor Hinrichtungen und schloss militärische Maßnahmen nicht aus, wobei aber ein geplanter Angriff aufgrund mangelnder militärischer Ressourcen vorerst nicht stattfand. Die USA senden verstärkt militärische Präsenz in die Region, während Israel wegen möglicher US-Intervention ein Sicherheitskabinett einberuft.
InhaltIrans oberster Führer Ali Khamenei hat Donald Trump als "Verbrecher" beleidigt. Der keilt nun zurück – und in Israel tagt am Vormittag das Sicherheitskabinett. US-Präsident Donald Trump hat sich für einen Regierungswechsel in Iran ausgesprochen, nachdem der oberste Führer der Islamischen Republik ihn als "Verbrecher" bezeichnet hatte. "Es ist Zeit, nach einer neuen Führung in Iran zu suchen", sagte Trump dem Nachrichtenportal "Politico". Die Machthaber in Teheran stützten ihre Herrschaft auf Unterdrückung und Gewalt. Irans Ajatollah Ali Khamenei hatte Trump zuvor für die landesweiten Massenproteste in seinem Land verantwortlich gemacht. Vor Anhängern in Teheran hatte der Ajatollah gesagt, Trump habe persönlich in die Unruhen eingegriffen und die "Aufständischen" ermutigt, weiterzumachen und keine Angst zu haben. Iran betrachte den Präsidenten der Vereinigten Staaten als "Verbrecher", sowohl "wegen der Opfer als auch wegen der entstandenen Schäden und wegen der Verleumdung, die dem iranischen Volk zugefügt wurde", sagte Khamenei laut der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews. Die USA müssten dafür zur Verantwortung gezogen werden. Ali Khamenei ist seit Juni 1989 und damit seit fast 37 Jahren an der Macht als geistliches und politisches Oberhaupt der Islamischen Republik. Trump hatte die Führung in Teheran davor gewarnt, die Teilnehmer der Massenproteste hinrichten zu lassen und auch ein militärisches Eingreifen nicht ausgeschlossen. Am Mittwoch hatte eine Sperrung des iranischen Luftraums Spekulationen über einen möglichen US-Luftangriff ausgelöst. Er blieb jedoch aus. Trump verwies bezüglich des Ausbleibens eines US-Angriffs darauf, dass die iranischen Behörden die Hinrichtung von 800 Menschen abgesagt hätten. Trumps Berater hätten ihm gesagt, dass die USA nicht über genügend Streitkräfte in der Region verfügten, um der iranischen Staatsführung einen erheblichen Schlag zu versetzen und Vergeltungsschlägen entgegenzuwirken, zitierte das "Wall Street Journal" US-Beamte. Daraufhin habe Trump beschlossen, abzuwarten, bis mehr Feuerkraft zur Verfügung steht. Der Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" und Begleitschiffe sind US-Medienberichten zufolge auf dem Weg in die Region. Auch würden zusätzliche Kampfjets und Raketenabwehrsysteme dorthin verlegt. Beamte in der Region hielten einen Angriff weiterhin für möglich, schrieb das "Wall Street Journal". Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wird nach Informationen der israelischen Nachrichtenseite "ynet" angesichts des Konflikts und "der Möglichkeit", dass Trump einen Angriff gegen Irans Führung anordnen könnte, heute um 10:00 Uhr (Ortszeit) das Sicherheitskabinett einberufen.