Datum18.01.2026 02:30
Quellewww.zeit.de
TLDRBeim Zweitligaspiel zwischen Hertha BSC und Schalke 04 in Berlin kam es zu schweren Ausschreitungen, bei denen über 50 Menschen, darunter 31 Fans und 21 Polizisten, verletzt wurden. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, nachdem es zu gewalttätigen Angriffen kam. Die Fanhilfe von Hertha BSC kritisierte die Polizeigewalt am Eingang zur Ostkurve. Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich kündigte Gespräche mit der Innensenatorin und der Polizei an. Die Gewalt im Fußball bleibt ein heißes Thema in der Politik und unter Funktionären.
InhaltSchwere Ausschreitungen haben das Heimspiel der Zweitligaclubs Hertha BSC und Schalke 04 überschattet. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. 31 Fans wurden verletzt. Vor dem Heimspiel von Hertha BSC gegen Schalke 04 in der zweiten Fußball-Bundesliga ist es zu schweren Ausschreitungen zwischen Berliner Fans und der Polizei gekommen. Nach Polizeiangaben wurden mehr als 50 Menschen verletzt, darunter 31 Fans und 21 Einsatzkräfte. Die Polizei sprach in einer Stellungnahme am späten Samstagabend auf X "von gewalttätigen Angriffen einzelner Fangruppen auf unsere Einsatzkräfte". Demnach hätte die Polizei "zum Schutz von Einsatzkräften und unbeteiligten Zuschauern" Pfefferspray einsetzen müssen. Die Fanhilfe Hertha BSC stellte die Sachlage in einem Statement anders dar: "Vor dem heutigen Spiel gegen die Mannschaft aus Gelsenkirchen kam es zu massiver Polizeigewalt gegen wartende Fans am Eingang zur Ostkurve." Es habe "Provokationen der Hundertschaften" gegeben und "eine Festnahme ohne ersichtlichen Grund". Die Fanhilfe hatte schon vor Anpfiff angekündigt, das Stadion nach Beginn zu verlassen. Auch die Schalker Fans stellten ihre Unterstützung ein. Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich bestätigte, dass es "beim Einlass an der Ostkurve zu Gewalt auf beiden Seiten" kam. "Wir tragen aktuell alle Fakten zusammen. Wir möchten keine Spekulationen." Nach Angaben von Görlich war bei dem Spiel auch die Berliner Innensenatorin Iris Spranger anwesend. Er habe mit ihr Gespräche vereinbart. Außerdem sollen weitere Diskussionen mit der Polizei stattfinden, um "an der einen oder anderen Stelle sinnhaft einwirken zu können", sagte Görlich. Nach monatelangen Debatten über Gewalt und Stadionsicherheit beim Fußball hatte die Deutsche Fußball Liga (DFL) im Dezember zusätzliche Maßnahmen zur "Stärkung der Sicherheit" in deutschen Stadien beschlossen. Ein geplanter Beschluss der Innenministerkonferenz wurde jedoch aufgrund heftiger Proteste zunächst ausgesetzt. Die zunehmende Gewalt unter Fußballfans beschäftigt Politik und Funktionäre.