Datum18.01.2026 00:28
Quellewww.zeit.de
TLDRElon Musk verklagt OpenAI und Microsoft auf bis zu 134 Milliarden Dollar, da er Ansprüche auf "unrechtmäßige Gewinne" aus seiner Anfangsinvestition in OpenAI geltend macht. Er fordert, dass ihm ein Teil der Gewinne zusteht, die seit der Umwandlung von OpenAI in ein gewinnorientiertes Unternehmen entstanden sind. OpenAI und Microsoft weisen die Ansprüche als unplausibel zurück. Musk, der 2018 OpenAI verließ, betreibt inzwischen sein eigenes KI-Unternehmen, xAI, und der Prozess beginnt im April.
InhaltDer Techmilliardär Elon Musk hatte den ChatGPT-Erfinder OpenAI mitgegründet, aber später verlassen. Jetzt fordert er Milliarden an "unrechtmäßigen Gewinnen" zurück. Der Techmilliardär Elon Musk fordert vom ChatGPT-Entwickler OpenAI und dessen Partner Microsoft bis zu 134 Milliarden Dollar. So hoch seien die "unrechtmäßigen Gewinne" von OpenAI, die ihm aufgrund seiner anfänglichen Investitionen in den KI-Konzern zustünden, argumentieren Musks Anwälte. Musk habe rund 38 Milliarden Dollar in OpenAI investiert, was etwa 60 Prozent der Anfangsfinanzierung entsprochen habe, hieß es in der Klageschrift. OpenAI habe durch die Umwandlung von einem gemeinnützigen in ein gewinnorientiertes Unternehmen die Gründungsabsichten verletzt, heißt es. Auf die dadurch entstandenen "unrechtmäßigen Gewinne" habe Musk einen Teilanspruch. Im Fall von OpenAI belaufe sich die Summe auf 65,5 Milliarden und 109,4 Milliarden Dollar, argumentieren die Anwälte. Der Technologiekonzern Microsoft, der ebenfalls in OpenAI investiert hat, soll laut der Klageschrift zwischen 13,3 Milliarden und 25,1 Milliarden Dollar zahlen. Ein Experte habe die Summen berechnet. Diese ergäben sich neben der monetären Investition auch aus den Kontakten und dem unternehmerischen Knowhow, das Musk in das Start-up eingebracht habe. Die beiden beklagten Unternehmen fochten Musks Forderungen am Freitag an. Die Analyse des Sachverständigen sollte vor Gericht nicht zugelassen werden, sie sei erfunden und nicht nachprüfbar, schreiben die Konzerne in einem Antrag an das Gericht. Zudem sei die geforderte Übertragung von Milliarden von einer gemeinnützigen Organisation an einen ehemaligen Geldgeber, der zum Konkurrenten geworden sei, "unplausibel". Open AI wurde im Dezember 2015 als Forschungslabor für künstliche Intelligenz mit dem Ziel gegründet, die Technologie zum Wohle der Menschheit zu entwickeln. Das Gründungsteam bestand aus dem Who-is-Who des Silicon Valley: Zu den Mitbegründern gehörten neben dem heutigen OpenAI-Chef Sam Altman auch Greg Brockman (ehemaliger CTO von Stripe) und Ilya Sutskever (ein früherer KI-Forscher bei Google). Techinvestor Elon Musk stellte neben LinkedIn-Mitgründer Reid Hoffman, PayPal-Mitgründer Peter Thiel und Jessica Livingston (Y-Combinator-Mitgründerin) Startkapital bereit. 2018 aber verließ Musk OpenAI – offiziell, um Interessenkonflikte mit seiner Rolle beim Elektroautohersteller Tesla zu vermeiden. Im Jahr 2023 gründete Musk seine eigene KI-Firma mit dem Namen xAI, deren Chatbot Grok mit ChatGPT konkurriert. Seitdem streiten Musk und Open-AI-Gründer miteinander. Es kam mehrfach zu Klagen. OpenAI argumentiert, der Tesla- und X-Chef wolle mit dem Rechtsstreit einen Konkurrenten bremsen. Der Prozessbeginn wird für April erwartet.