Datum17.01.2026 22:49
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Ankündigung von Präsident Trump, den Verkauf von Grönland mit Sonderzöllen gegen mehrere europäische Länder zu forcieren, stößt sowohl in den USA als auch in der EU auf scharfe Kritik. Politiker beider Parteien, darunter die republikanische Senatorin Lisa Murkowski und Senator Bernie Sanders, kritisieren das Vorgehen als gefährlich und irrational. Die EU warnt vor einer Verschärfung der transatlantischen Beziehungen. Die Senatoren fordern, die Kongressautorität über Zölle zu stärken, um solche Maßnahmen gegen Verbündete zu verhindern.
InhaltDie Ankündigung des US-Präsidenten, den Verkauf von Grönland mit Sonderzöllen zu erzwingen, hat heftige Reaktionen ausgelöst. Selbst aus der eigenen Partei ertönt harsche Kritik an Donald Trumps Vorgehen. Donald Trumps Ankündigung, mehrere europäische Länder so lange mit Sonderzöllen zu belegen, bis die USA Grönland kaufen dürften, hat einen Aufschrei in der Europäischen Union ausgelöst. Doch auch in seinem eigenen Land stößt sein Vorhaben auf scharfe Kritik – und das nicht nur unter den Demokraten. Einige Parteikollegen des Präsidenten distanzieren sich von Trumps Vorgehen. Die republikanische Senatorin aus Alaska, Lisa Murkowski, bezeichnete die geplanten Zölle auf der Plattform X als "unnötig, strafend und einen schwerwiegenden Fehler". Die Tarife würden "unsere wichtigsten europäischen Verbündeten weiter von uns entfernen, ohne der nationalen Sicherheit der USA in irgendeiner Weise zu dienen". Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Nato-Allierte seien gezwungen, ihre Aufmerksamkeit auf Grönland zu richten. Diese Dynamik spiele dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in die Hände, so Murkowski, "da sie die Stabilität der stärksten Koalition von Demokratien bedroht, die die Welt je gesehen hat." Die Senatorin forderte den Kongress auf, seine Autorität über US-Zölle wiederherzustellen, damit diese nicht als Waffe gegen Verbündete missbraucht werden könnten. Trump hatte unter Verweis auf den Grönland-Streit zusätzliche Zölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Länder ab Anfang Februar angekündigt, darunter auch Großbritannien und Dänemark. Die gestaffelten Zölle sollen so lange gelten, bis ein Abkommen über den vollständigen Kauf der Arktisinsel erzielt werde, teilte Trump mit. Republikaner Thom Tillis, der den US-Staat North Carolina im Senat vertritt, schlug ebenfalls scharfe Töne an. Trumps Entscheidung sei "schlecht für Amerika, schlecht für die amerikanische Wirtschaft und schlecht für Amerikas Verbündete." Die Tatsache, dass eine kleine Handvoll "Berater" aktiv auf Zwangsmaßnahmen zur Eroberung des Territoriums eines Verbündeten drängten, sei "mehr als dumm". Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Kongressabgeordneter und Republikaner Don Bacon sagte dem CNN-Journalisten Jake Tapper , er und "die meisten Amerikaner" seien mit Trumps grobem Vorgehen nicht einverstanden. Es sei beschämend, dass Trump Nato-Mitglieder bedrohe. "Die Tatsache, dass Grönland Teil der Nato ist, gibt dem Präsidenten alles, was er braucht, um mehr Militärbasen aufzubauen", so Bacon. Auf X schrieb der Republikaner : "Wir klingen zu sehr wie Putin und es ist falsch." Er betonte ebenfalls, dass die Autorität über die Vergabe von Zöllen beim Senat und dem Kongress liegen solle. "Und nur für den absurden Fall, dass Trump es ernst meint, in Grönland einmarschieren zu wollen", so Bacon im Nachrichtensender CNN, "möchte ich ihn wissen lassen, dass es vermutlich das Ende seiner Präsidentschaft wäre." Auch US-Demokraten stellen sich vehement gegen Trumps Grönland-Politik. Senator Bernie Sanders bezeichnete es als "wahnsinnig", die engsten Verbündeten der USA zu "zerstören, um Grönland einzunehmen", ein Land, das Dänemark die USA bereits frei nutzen lasse. Sein Parteikollege Don Beyer schrieb auf X: "Trump hat keinerlei rechtliche Befugnis, amerikanische Verbündete mit Zöllen zu belegen, um sie zu nötigen, seinen hirnrissigen Versuch, Grönland zu annektieren, zu unterstützen. Das ist gesetzeswidrig, eine absolute Katastrophe für Amerika, und die Republikaner im Kongress und im Obersten Gerichtshof müssen endlich Rückgrat beweisen und dem Einhalt gebieten." Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Die EU hat nach Trumps Ankündigung vor einer "gefährlichen Abwärtsspirale" gewarnt. "Zölle würden die transatlantischen Beziehungen untergraben und eine gefährliche Abwärtsspirale riskieren", hieß es am Samstag in einer gemeinsamen Erklärung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa. Beide betonten: "Europa wird geeint, koordiniert und entschlossen bleiben, seine Souveränität zu wahren."