Datum17.01.2026 17:57
Quellewww.zeit.de
TLDRNach 25 Jahren Verhandlungen wurde das EU-Mercosur-Abkommen in Paraguay unterzeichnet, das die größte Freihandelszone mit über 700 Millionen Einwohnern schafft und die Gesamtwirtschaftsleistung auf 22 Billionen US-Dollar anhebt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete es als "starkes Signal an die Welt". Das Abkommen sieht den Wegfall vieler Zölle vor, was den Export europäischer Industriegüter, insbesondere in der Automobil- und Chemiebranche, um bis zu 39 Prozent steigern könnte. Kritiker äußern Bedenken zu Umwelt- und Wettbewerbsrisiken.
InhaltNach mehr als 25 Verhandlungsjahren ist das EU-Mercosur-Abkommen unterzeichnet. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen feiert ein "starkes Signal an die Welt". Das Handelsabkommen zwischen der EU und der südamerikanischen Staatengruppe Mercosur ist unterzeichnet. In Asunción in Paraguay unterschrieben EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa das Dokument. Die Vereinbarung schafft die weltweit größte Freihandelszone, mit mehr als 700 Millionen Einwohnern und einer Gesamtwirtschaftsleistung von 22 Billionen US-Dollar. Das Abkommen diene "dem Wohl künftiger Generationen", schrieb von der Leyen auf X. "Lang lebe die Freundschaft zwischen unseren Völkern und unseren Kontinenten." Es sei ein "starkes Signal an die Welt", sagte von der Leyen in ihrer Rede vor der Unterzeichnung. Das Abkommen eröffne der Bevölkerung der beteiligten Staaten "ungeahnte Möglichkeiten". Das Mercosur‑Abkommen ist das Ergebnis von mehr als 25 Jahren Verhandlungen zwischen der EU und den südamerikanischen Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay. Die Mitgliedstaaten der EU haben dem Vertrag jüngst mehrheitlich zugestimmt, auch wenn Frankreich und Irland dagegen votierten. Nach der Unterzeichnung muss noch das EU-Parlament über das Abkommen abstimmen. Kern des Abkommens ist der Wegfall eines Großteils der gegenseitigen Zölle. Dadurch sollen die europäischen Exporte in die Mercosur‑Länder um bis zu 39 Prozent steigen, insbesondere im Bereich der Automobil- und Chemieindustrie. Die Mercosur‑Staaten exportieren bislang vor allem landwirtschaftliche Produkte und Rohstoffe nach Europa, während die EU überwiegend Industriegüter liefert. Die Verhandlungen waren lange durch politische Vorbehalte geprägt. Frankreich und Polen lehnten das Abkommen zuletzt wegen möglicher Nachteile für europäische Landwirte ab, während Italien seine Zustimmung an weitere Unterstützungszusagen knüpfte. Kritiker verweisen zudem auf potenzielle Umwelt- und Wettbewerbsrisiken, etwa durch günstig produziertes südamerikanisches Fleisch oder die Sorge vor zusätzlicher Abholzung in Südamerika. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.