Datum17.01.2026 13:39
Quellewww.spiegel.de
TLDRElon Musk verklagt OpenAI auf bis zu 109,4 Milliarden Dollar, da er sich um seine Investitionen betrogen sieht. Musk, Mitbegründer von OpenAI, wirft der Firma vor, ihre ursprünglichen Ziele zugunsten von Profit und der Zusammenarbeit mit Microsoft aufgegeben zu haben. OpenAI weist diese Vorwürfe zurück und sagt, Musk habe stets Kontrolle angestrebt. Der Rechtsstreit, der seit 2024 läuft, dreht sich auch um mögliche Kartellrechtsverstöße. Ein Prozess ist für April angesetzt.
InhaltElon Musk und KI-Unternehmer Sam Altman gelten als erbitterte Feinde: Als einstige Geschäftspartner bei OpenAI haben sie sich verkracht. Nun verlangt Musk von der Firma Entschädigung, er sei um seine Investitionen gebracht worden. Gigantische Beträge sind in Zusammenhang mit Elon Musk und KI-Unternehmen eher normal. Entsprechend groß ist auch die Summe, um die es in einem Rechtsstreit zwischen Musk und dem ChatGPT-Entwickler OpenAI geht. Der Techmilliardär verlangt vor Gericht bis zu 109,4 Milliarden Dollar von OpenAI. Den von einem Experten errechneten Betrag nannten Musks Anwälte. Der Rechtsstreit läuft bereits seit 2024. Musk hatte OpenAI 2015 mitbegründet und behauptet in seiner Klage, er sei unrechtmäßig um seine Investitionen gebracht worden. OpenAI weist die Vorwürfe zurück. Der von der Musk-Seite herangezogene Experte verwies bei seinen Berechnungen unter anderem darauf, dass Musk in der Anfangszeit 38 Millionen Dollar zur Finanzierung von OpenAI sowie seine Kontakte und Fähigkeiten eingebracht habe. Dafür stehe ihm ein Anteil am heutigen Wert von OpenAI zu. Der Experte errechnete dafür einen Betrag zwischen 65,5 Milliarden und 109,43 Milliarden Dollar. Vom wichtigsten OpenAI-Partner und Investor Microsoft verlangt Musk laut dem Gerichtspapier zwischen 13,3 Milliarden und 25,06 Milliarden Dollar. OpenAI bezeichnete Musks Forderung in einer Stellungnahme beim Finanzdienst Bloomberg als "unseriös". Musk reichte 2024 Klage gegen das Unternehmen ein. Sein Vorwurf: OpenAI sei von dem vereinbarten Weg abgekommen, wonach die Forschung der Firma an künstlicher Intelligenz der Menschheit zugutekommen sollte. Statt dem Gemeinwohl zu dienen, sei OpenAI inzwischen ein auf Profit ausgerichtetes Unternehmen und arbeite vor allem Microsoft zu. Das sei eine "eklatante Verletzung" der ursprünglichen Gründungsvereinbarung. In dem Rechtsstreit geht es auch um angebliche Kartellrechtsverstöße, Betrug und eine aktive Ausgrenzung von Musk aus dem späteren Erfolgsunternehmen. OpenAI hält dagegen, Musk habe die "volle Kontrolle" über das Unternehmen und den Chefposten angestrebt. Auch habe er 2018 dafür geworben, OpenAI mit dem von ihm geführten Elektroautohersteller Tesla zusammenzulegen. In dem Jahr hatte Musk OpenAI im Streit verlassen. Der Techmilliardär gründete dann 2023 seine eigene KI-Firma mit dem Namen xAI, deren Chatbot Grok mit ChatGPT konkurriert. Im Hinblick darauf argumentiert OpenAI, Musk wolle mit dem Rechtsstreit einen Konkurrenten bremsen. Ein Richter lehnte allerdings den Antrag von OpenAI und Microsoft ab, Musks Klage abzuweisen. Das Verfahren steuert nun auf einen Prozess im April zu.