Iran: Ali Khamenei gibt Donald Trump für Aufstand

Datum17.01.2026 13:04

Quellewww.spiegel.de

TLDRIrans Oberster Führer Ali Khamenei beschuldigt Donald Trump, für die landesweiten Massenproteste und die damit verbundenen Tausenden von Toten verantwortlich zu sein. Er fordert eine Verantwortung Amerikas für die Schäden und Verleumdungen gegenüber dem iranischen Volk. Die Proteste, angestoßen durch eine schwere Wirtschaftskrise, haben sich zu politischen Forderungen gegen das autoritäre Regime gewandelt. Der Zugang zum globalen Internet bleibt aufgrund strenger Sperren eingeschränkt, was erhebliche Beeinträchtigungen für die Bevölkerung bedeutet.

InhaltIm Fernduell mit den USA legt Irans oberster Führer Ali Khamenei nach. Er behauptet, Donald Trump sei für die Tausenden Toten verantwortlich. Das globale Internet bleibt in der Theokratie wohl noch mindestens zwei Wochen aus. Irans oberster Führer Ali Khamenei macht US-Präsident Donald Trump für die landesweiten Massenproteste verantwortlich. Vor Anhängern in Teheran sagte der Ajatollah, Trump habe persönlich in die Unruhen eingegriffen und die "Aufständischen" ermutigt, weiterzumachen und keine Angst zu haben. Iran betrachte den Präsidenten der Vereinigten Staaten für schuldig, sowohl "wegen der Opfer, als auch wegen der entstandenen Schäden und wegen der Verleumdung, die dem iranischen Volk zugefügt wurde", sagte Khamenei laut einer Übersetzung der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews. Amerika müsse dafür zur Verantwortung gezogen werden. Die Proteste wurden Ende Dezember von einer dramatischen Wirtschaftskrise und sehr hoher Inflation ausgelöst. Rasch entwickelten sich die Demonstrationen jedoch zu politischen Protesten gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Sicherheitskräfte gingen dabei gewaltsam vor. Iranische Menschenrechtsgruppen meldeten mehr als 3.400 Tote. Genaue Zahlen lassen sich wegen der Informationssperre kaum überprüfen. In Iran bleibt der Zugang zum globalen Internet derweil den zehnten Tag in Folge gesperrt. Seit Samstag können Iranerinnen und Iraner in dem Land mit rund 90 Millionen Menschen aber erstmals wieder per Mobilfunk SMS-Textnachrichten versenden, wie Bewohner aus der Hauptstadt Teheran berichteten. Aus dem Ausland versendete SMS kommen in Iran nicht an. Bislang waren alle Messengerdienste gesperrt. Als Folge der neuen Regelung können Menschen auch wieder Online-Banking nutzen. Dafür ist immer eine Zwei-Faktor-Autorisierung per SMS notwendig. Seit vergangenem Wochenende können Nutzer auch auf das nationale Intranet zugreifen. Dies erlaubt, ausschließlich staatlich kontrollierte Webseiten zu verwenden. Dienste aus dem Ausland bleiben blockiert. Seit Jahren existiert eine Parallelstruktur iranischer Apps zu beliebten Anwendungen wie WhatsApp, Telegram oder Google Maps – unter Aufsicht der Sicherheitsbehörden. Damit entfällt faktisch die Anonymität im Netz. Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks meldet, dass in Iran der Zugang zum Internet seit dem 8. Januar fast vollständig unterbrochen ist. Die Messwerte zeigten einen sehr leichten Anstieg auf zwei Prozent des normalen Niveaus. Es gebe keine Anzeichen für eine signifikante Erholung. Unterdessen wachsen die Sorgen, dass das globale Internet in Iran noch lange gesperrt bleibt. Das Exilportal "Iranwire" berichtete am Freitag, die Blockade könnte bis zum persischen Neujahrsfest Ende März andauern. Das Portal berief sich auf Aussagen der Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani. Gut informierten Kreisen in Teheran zufolge ist eine Entscheidung zwar noch nicht gefallen, es ist jedoch von mindestens zwei weiteren Wochen Sperre die Rede.