Datum17.01.2026 12:45
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Kyjiw herrscht nach russischen Angriffen ein Energienotstand. Schulen bleiben bis Anfang Februar geschlossen, Straßenbeleuchtung wird stark reduziert. Bürgermeister Klitschko berichtet von fortschreitender Wiederherstellung der Fernwärme, wobei noch 50 Wohnblöcke ohne Heizung sind. UNICEF warnt vor der kritischen Lage für Kinder, die bei extremen Temperaturen ohne Heizung leben müssen. Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur haben nicht nur Kyjiw, sondern auch andere Städte wie Charkiw in Dunkelheit und Kälte versetzt.
InhaltIn der ukrainischen Hauptstadt herrscht nach den brutalen russischen Attacken der jüngsten Tage ein Energienotstand. Schulen bleiben bis Anfang Februar geschlossen, die Straßenbeleuchtung wird radikal heruntergedimmt. Die ukrainische Hauptstadt kämpft mit den Folgen der russischen Angriffe gegen die Energieversorgung des Landes. Nach tagelangem Heizungsausfall kommt die Wiederherstellung der Fernwärme in Kyjiw nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko voran. Etwa 50 Wohnblocks seien noch ohne Heizung, schrieb er auf Telegram. Nach einem massiven russischen Luftangriff am 9. Januar war zunächst für 6000 Wohngebäude die Fernwärme ausgefallen. "Die kommunalen Mitarbeiter arbeiten rund um die Uhr", schrieb Klitschko. In Kyjiw herrscht strenger Winter mit bis zu 16 Grad Frost nachts. Viele Häuser sind ausgekühlt. Bereits am Freitag hatte Klitschko bekannt gegeben, dass in der Stadt bis Anfang Februar sämtliche Schulen geschlossen werden. Die Schließung werde am Montag beginnen und bis zum 1. Februar andauern. Die Behörden der Hauptstadt hatten zudem bekannt gegeben, die Straßenbeleuchtung auf ein Fünftel zu dimmen und sämtliche dekorative Beleuchtung abzuschalten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte nach den Angriffen der vergangenen Tage den Energienotstand für die Hauptstadtregion ausgerufen. Das Uno-Kinderhilfswerk Unicef beklagte die prekäre Lage insbesondere von Kindern in der Ukraine. Millionen von Familien müssten in der Ukraine "tagelang ohne Heizung, Strom und Wasserversorgung auskommen", Kinder und ihre Familien lebten bei Temperaturen von minus 18 Grad ohne Heizung "im ständigen Überlebensmodus", erklärte der Leiter der Unicef-Programme in der Ukraine, Munir Mammadzade, am Freitag. Unicef forderte erneut "ein Ende der Angriffe auf Wohngebiete und auf die zivile Infrastruktur, auf die Kinder angewiesen sind". Russland attackiert seit Monaten insbesondere die ukrainische Energieinfrastruktur und hat bereits ganze Städte in Dunkelheit und Kälte getaucht. Viele Menschen können nur sporadisch oder gar nicht heizen. Neben Kyjiw sind auch weitere Städte betroffen. Am Donnerstagabend waren laut Präsident Selenskyj nach einem russischen Luftangriff 440.000 Menschen in der Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine ohne Strom.