Datum17.01.2026 12:32
Quellewww.spiegel.de
TLDRLewis Hamilton hatte eine enttäuschende Debütsaison bei Ferrari, ohne Podestplatz und nur als Sechster in der Gesamtwertung. Probleme in der Kommunikation mit seinem Renningenieur Riccardo Adami führten zu Frustration, was sich in lautstarken Funkgesprächen äußerte. Nach der turbulenten Saison wurde Adami versetzt und kümmert sich künftig um die Nachwuchsakademie von Ferrari. In der kommenden Saison, die am 8. März 2026 startet, könnte Hamiltons Leistung entscheidend für seine Zukunft bei dem Team sein.
InhaltLewis Hamiltons Debütsaison bei Ferrari verlief erfolglos. Ein Grund: Zwischen dem Formel-1-Champion und seinem Renningenieur Ricciardo Adami knirschte es am Funk. Nun hat der Rennstall Konsequenzen gezogen. Nach viel Ärger am Boxenfunk bekommt Formel-1-Rekordweltmeister Lewis Hamilton bei Ferrari einen neuen Renningenieur. Nach zahlreichen über das Teamradio hörbar ausgetragenen Auseinandersetzungen mit dem englischen Superstar wird Riccardo Adami versetzt. Wie Ferrari mitteilte, kümmert sich der frühere Renningenieur von Sebastian Vettel künftig unter anderem um die Nachwuchsakademie der Scuderia. Ein Nachfolger für den 52-jährigen Italiener werde "zu gegebener Zeit" bekannt gegeben. Hamilton hat eine deprimierende Premierensaison bei Ferrari hinter sich. Der siebenmalige Weltmeister blieb erstmals in seiner Karriere ohne Podestplatz in einem Grand-Prix-Jahr, beendete die Saison nur als Sechster, hinter seinem Teamkollegen Charles Leclerc. Der Brite hatte mit seinem neuen Auto gehadert, nachdem er viele Jahre bei Mercedes gefahren war. Doch auch die interne Kommunikation war ein Grund, warum sich Hamilton in Maranello schwertat. Der Austausch mit Adami über Funk hinterließ bei dem 41-Jährigen während der vergangenen Saison immer wieder Frust und Unverständnis aufkommen. In Monaco etwa hatte Hamilton im letzten Teil des Rennens von Adami wissen wollen, ob er immer noch in einem bestimmten Abstand hinter den führenden Fahrzeugen läge. Adami gab ihm daraufhin aber Informationen über die Reifen der Konkurrenten. Hamilton reagierte hörbar verärgert auf die für ihn unnützen Informationen: "Du antwortest nicht auf meine Frage", funkte er. Nach dem Rennen fragte er Adami, ob dieser "sauer" auf ihn sei, weil er keine Antwort mehr bekam. Beim Grand Prix von Miami im Mai stellte Hamilton die Frage, ob das Team vielleicht eine "Teepause" einlegen würde, da Ferrari sich mit der Entscheidung über die Strategie Zeit ließ. Öffentlich hatte Hamilton aber keine tieferliegenden Probleme zu Adami eingeräumt. "Haben wir Meinungsverschiedenheiten? Ja, wie jeder in einer Beziehung. Aber wir arbeiten daran. Wir sitzen beide im selben Boot", hatte Hamilton im Mai gesagt. Adami arbeitet seit 2005 in der Formel 1 und war bereits bei Torro Rosso (heute Racing Bulls) Renningenieur von Vettel. Er folgte dem deutschen Vierfachweltmeister 2015 zur Scuderia. Renningenieure übernehmen den Funkverkehr ins Cockpit, sie sind die Verbindung zwischen Fahrer und Team. Sie informieren die Piloten über das Renngeschehen und sorgen in kritischen Situationen dafür, dass die Fahrer fokussiert bleiben, etwa bei Unfällen oder Defekten. Manche Fahrer arbeiten jahrelang mit ihren Renningenieuren zusammen. Durch die öffentliche Übertragung der Funksprüche sind einige mittlerweile selbst zu Stars geworden, wie etwa Max Verstappens Renningenieur Gianpiero "GP" Lambiase oder Peter "Bono" Bonnington, mit dem Hamilton bei Mercedes zusammenarbeitete. Der Formel-1-Saisonauftakt 2026 findet unter einem neuen technischen Reglement mit dem Großen Preis von Australien am 8. März statt. Zuvor präsentieren die Teams ihre neuen Rennwagen und testen sie. Ferrari stellt am 23. Januar seinen neuen Rennwagen vor. Für Hamilton könnte es eine entscheidende Saison werden.