Kriminalität: Vertrauliche Beweissicherung – mehr Kliniken gesucht

Datum21.10.2025 03:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDas Gießener Institut für Rechtsmedizin sucht weitere Partnerkliniken zur Verbesserung der vertraulichen Beweissicherung für Gewaltopfer. Leiter Sven Hartwig betont die Wichtigkeit eines dichten Netzes kompetenter Anlaufstellen, um Barrieren zu verringern. Das Projekt der vertraulichen Spurensicherung bietet Betroffenen kostenlose Unterstützung und wird als reguläre Kassenleistung gefördert. Der Erfolg des Programms wird im nächsten Jahr anhand der Abrechnungen bewertet. Derzeit kooperieren bereits zwölf Kliniken in Hessen mit dem Institut.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kriminalität“. Lesen Sie jetzt „Vertrauliche Beweissicherung – mehr Kliniken gesucht“. Das Gießener Institut für Rechtsmedizin wirbt um weitere Partnerkliniken, um die vertrauliche Dokumentation von Verletzungen bei Gewaltopfern zu stärken. Betroffene sollten ein möglichst dichtes Netz kompetenter Anlaufstellen vorfinden, sagte der Leiter des Instituts und Facharzt für Rechtsmedizin, Sven Hartwig, der Deutschen Presse-Agentur. Denn je weiter die Anfahrt, desto höher die Hürden, solche Dienste in Anspruch zu nehmen. "Wir müssen daran arbeiten, bekannter zu werden", so Hartwig. Hessenweit zwölf Kliniken und Praxen arbeiten bereits mit dem Gießener Institut zusammen, das regional für die fünf Landgerichtsbezirke Gießen, Marburg, Kassel, Limburg und Fulda mit den zugehörigen Amtsgerichtsbezirken zuständig ist. Die vertrauliche Spurensicherung läuft im Rahmen des sogenannten Forensischen Konsils ab, einem Projekt, bei dem Ärzte in Kliniken und Praxen sowie Therapeuten die Rechtsmediziner konsiliarisch zu Rate ziehen. Für die Opfer ist das kostenlos - erst Anfang Juli hatte die hessische Landesregierung einen Vertrag vorgestellt, der die vertrauliche Spurensicherung als reguläre Kassenleistung vorsieht. Ob sich dadurch mehr Betroffene an Kliniken und Arztpraxen wenden, sei erst im kommenden Jahr zu beantworten, da dann eine erste Abrechnung erfolgen werde, hieß es vom hessischen Gesundheitsministerium dazu. Die Kliniken und Praxen erhalten für die vertrauliche Spurensicherung nebst Schulungen auch spezielle Sets mit Utensilien für die Sicherung und Dokumentation von Beweisen und können sich mit den Rechtsmedizinern zu ihren Erkenntnissen beraten. Ob die Opfer Anzeige erstatten, können sie zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden - und dann auf die archivierten Spuren zurückgreifen. In rund 350 Fällen von erlittenen Verletzungen werden die Gießener Rechtsmediziner pro Jahr zu Rate gezogen. Neben dem Forensischen Konsil Gießen gibt es ein Pendant für Frankfurt und Südhessen, das am Universitätsklinikum von Hessens größter Stadt angesiedelt ist. © dpa-infocom, dpa:251021-930-186286/1