Datum17.01.2026 09:29
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Gelsenkirchen vernimmt die Polizei wochenlang etwa 3000 Geschädigte nach einem Einbruch in den Tresorraum einer Sparkassenfiliale mit einem mutmaßlichen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe. Spezialisten analysieren 11 Millionen Datensätze und acht Terabyte Videomaterial. Die Polizei hat Büroräume angemietet, um die Vernehmungen durchzuführen. Geschädigte müssen selbst einen Termin über eine Hotline vereinbaren. Bei den Terminen sollen Details zu den entwendeten Inhalten ihrer Schließfächer angegeben werden, während die Ermittler zahlreiche Beweisstücke durchsehen.
InhaltIn Gelsenkirchen wird die Polizei wochenlang Tausende Menschen vernehmen, die vom Einbruch in den Tresorraum betroffen sind. Parallel prüfen Spezialisten nach SPIEGEL-Informationen 11 Millionen Datensätze aus Funkzellenabfragen und rund acht Terabyte Videomaterial. Nach dem Einbruch in den Tresorraum einer Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen mit einem mutmaßlichen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe beginnt die Polizei in der Stadt mit den Vernehmungen der etwa 3000 Geschädigten. Durch die hohe Zahl der Betroffenen ist das aufwendig, für die Befragungen der Menschen hat die Behörde eigens Büroräume angemietet. In einer Pressemitteilung bittet das Polizeipräsidium bereits vorab um Verständnis dafür, dass sich die Vernehmungen über mehrere Wochen hinziehen werden. Um vernommen zu werden, müssen sich die Geschädigten laut der Pressemitteilung an eine Hotline wenden: Unter 0209 365 1661 können Termine zur Vernehmung vereinbart werden. Die Polizei betont, dass sie selbst keine Geschädigten telefonisch kontaktiere – der Erstkontakt müsse von den Betroffenen ausgehen. Bei den Terminen sollen Geschädigte Angaben zum Inhalt ihrer Schließfächer machen, da weiterhin unklar ist, was die vermuteten sechs bis sieben Täter in den Tagen nach Weihnachten aus den rund 3100 Schließfächern, die sie aufbrachen, entwendeten. Dabei ließen die Einbrecher Hunderttausende Gegenstände und Dokumente in dem Tresorraum zurück, die jetzt einzeln auf Spuren untersucht und den Besitzern zugeordnet werden müssen. Dafür hat die Behörde im Sparkassenkeller vier "Bearbeitungsstraßen" aufgebaut. Der Arbeitsaufwand für die Polizei ist enorm, die eingesetzte BAO (Besondere Aufbauorganisation) "Bohrer" besteht aus etwa 230 Beamten, die sich ausschließlich um den Einbruch kümmern. Neben den nun beginnenden Vernehmungen und der aufwendigen Spurensuche im Sparkassenkeller müssen etwa 11 Millionen Datensätze aus Funkzellenabfragen und rund acht Terabyte Videomaterial ausgewertet werden. Zu den am Montag beginnenden Vernehmungen sollen laut der Polizei die Geschädigten möglichst allein erscheinen und relevante Unterlagen oder Beweise mitbringen. (Eine umfangreiche Rekonstruktion des Falles lesen Sie hier.)