Datum21.10.2025 01:36
Quellewww.spiegel.de
TLDREin Tornado hat im Norden von Paris einen 23-jährigen Bauarbeiter das Leben gekostet und vier weitere Personen schwer verletzt. In rund zehn Gemeinden, insbesondere im Val d'Oise, entstanden erhebliche Schäden wie umgestürzte Kräne und abgedeckte Dächer. Die französische Regierung beobachtet die Situation aufmerksam. Tornados sind nicht ungewöhnlich, auch in Deutschland treten sie auf, wobei der Deutsche Wetterdienst jährlich bis zu 80 dokumentiert. Wissenschaftler warnen, dass der Klimawandel Extremwetterereignisse verstärkt.
InhaltEine Windhose hat im Norden der französischen Hauptstadt schwere Schäden angerichtet. Kräne stürzten um, für einen verletzten Bauarbeiter kam jede Hilfe zu spät. Ein junger Bauarbeiter ist nahe Paris durch einen Tornado ums Leben gekommen. Vier Menschen wurden nach Behördenangaben vom Montag schwer verletzt. Rund zehn Gemeinden im Norden der französischen Hauptstadt waren von dem "Mini-Tornado" betroffen, wie der örtliche Präfekt Philippe Court der Nachrichtenagentur AFP sagte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich bei dem Toten um einen 23-Jährigen. Den Behörden zufolge stürzten Kräne um, Dächer seien abgedeckt worden. Der Bereich des Val d'Oise war am schwersten betroffen. Innenminister Laurent Nunez teilte mit, dass die Regierung die Lage vor Ort genau beobachtet. Tornados entstehen, wenn es starke Gegensätze bei den Temperaturen am Boden und in der Höhe gibt und Luft aufsteigt oder nach oben gesogen wird. Dadurch könne laut Deutschem Wetterdienst (DWD) eine vertikale Windscherung entstehen, die einen rotierenden Aufwindschlauch erzeugt. Wie genau das abläuft, zeigt diese Grafik. Tornados sind auch in Deutschland nicht ungewöhnlich: Der Deutsche Wetterdienst verzeichnet hierzulande jedes Jahr zwischen 20 und 80 nachweisbare Tornados. So war etwas Ende Juli eine spektakuläre Wasserhose über dem Bodensee zu sehen gewesen. Das Phänomen gehört zur Familie der Tornados. Die starke Schauerzelle war als Wasserhose etwa eine Stunde zu sehen gewesen. Schäden oder gar Verletzte oder Tote wurden, anders als in Frankreich, nicht gemeldet. Im Mittleren Westen der USA fallen die Tornados noch weitaus größer und gefährlicher aus. Im Mai etwa gab es zahlreiche Todesopfer durch Tornados in den US-Bundesstaaten Kentucky und Missouri. Wissenschaftler machen den Klimawandel – hauptsächlich verursacht durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe – für die Zunahme von Extremwetterereignissen verantwortlich. Höhere Wassertemperaturen in den Ozeanen können Stürme verstärken. Auch der steigende Meeresspiegel trägt zu schwereren Überflutungen bei.