Datum17.01.2026 08:54
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas iranische Regime setzt offenbar Schiitenmilizen aus dem Irak und Libanon ein, um die gewaltsamen Proteste gegen die autoritäre Herrschaft und die Wirtschaftskrise im Iran niederzuschlagen. Seit Dezember 2023 gibt es Massenproteste, die brutal von Irans Sicherheitsapparat begegnet werden, mit Berichten über Tausende Tote. Zudem warnt die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA Fluggesellschaften, den iranischen Luftraum zu meiden, aufgrund erhöhter Alarmbereitschaft der iranischen Luftverteidigung infolge möglicher US-Militäraktionen.
InhaltDas iranische Regime hat in den vergangenen Jahrzehnten viel Geld in den Aufbau von Schiitenmilizen im Nahen Osten investiert. Nun setzt die Theokratie sie wohl ein, um die Demonstranten zu bekämpfen. Bei der gewaltsamen Niederschlagung der Massenproteste in Iran sollen laut Medienberichten auch ausländische Milizen beteiligt sein. Die Proteste in Iran haben Ende Dezember begonnen. Der Grund: Eine dramatische Wirtschaftskrise und eine sehr hohe Inflation. Rasch entwickelten sich die Demonstrationen zu politischen Protesten gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Irans Sicherheitsapparat hat die Proteste brutal niedergeschlagen, es gibt Berichte über Tausende Tote. Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA ruft Fluggesellschaften derweil auf, den iranischen Luftraum vorerst zu meiden. Auch im Luftraum benachbarter Länder sei Vorsicht geboten, besonders wenn es dort US-Militärstützpunkte gebe, heißt es in einer Mitteilung der EASA. Die Warnung gilt demnach zunächst für einen Monat. Als Grund nennt die EASA unter anderem, dass die iranische Luftverteidigung wegen einer möglichen Militäraktion der USA in erhöhter Alarmbereitschaft sei. Der "mögliche Einsatz einer Vielzahl von Waffen und Luftabwehrsystemen in Verbindung mit unvorhersehbaren Reaktionen des Staates und der potenziellen Aktivierung von Flugabwehrsystemen" stelle auch eine Gefahr für die zivile Luftfahrt dar, heißt es in der Mitteilung. Man beobachte die Lage weiterhin genau, um die Risikolage beurteilen zu können.