Datum17.01.2026 08:53
Quellewww.spiegel.de
TLDREin 70-jähriger Überlebender des rassistischen Anschlags von Hanau 2020 ist gestorben. Nach dem Attentat, bei dem neun Menschen getötet wurden, war er schwer verletzt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Seine Betreuung übernahmen seine Frau und Tochter. Hanaus Oberbürgermeister betonte, dass sein Schicksal die langfristigen Folgen des Attentats verdeutliche und mahnte, Rassismus und menschenfeindliche Ideologien weiterhin entschieden entgegenzutreten. Der Vorfall bleibt ein bedauerliches Kapitel in der Stadtgeschichte.
InhaltEr besuchte eine Bar in seinem Viertel, als der Attentäter auf ihn schoss: Ein heute 70-Jähriger ist nach dem Anschlag in Hanau gestorben. Er war seit 2020 auf einen Rollstuhl angewiesen und musste mehrfach operiert werden. Er hatte den rassistischen Anschlag vom 19. Februar 2020 in Hanau schwer verletzt überlebt – jetzt ist der Mann im Alter von 70 Jahren gestorben, wie die Stadt Hanau mitteilte. Mit seinem Tod verliere man einen Menschen, dessen Leben durch den rassistischen Terroranschlag in der Stadt auf grausame Weise zerstört worden sei, erklärte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). "Sein Schicksal zeigt auf schmerzhafte Weise, dass die Tat vom 19. Februar auch über Jahre hinweg Leid verursacht hat. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, der wir unser tief empfundenes Mitgefühl aussprechen." Ein 43-jähriger Deutscher hatte am 19. Februar 2020 in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen. Anschließend tötete er seine Mutter und sich selbst. Auf den nun verstorbenen Mann hatte der Täter in der Arena-Bar in Hanau-Kesselstadt geschossen. Monatelang musste der Mann damals im Krankenhaus behandelt und mehrfach operiert werden, wie es von der Stadt hieß. Infolge seiner schweren Verletzungen sei er auf einen Rollstuhl angewiesen gewesen und habe sein Krankenbett zuletzt nur noch selten verlassen können. Seine Frau und seine Tochter hätten ihn über Jahre hinweg mit großer Hingabe gepflegt. Die traumatischen Ereignisse vom 19. Februar 2020 hätten den Mann bis zuletzt begleitet. Sein Schicksal dürfe nicht vergessen werden, so Kaminsky. "Es ist Mahnung und Auftrag zugleich." Hanau stehe an der Seite der Opfer und ihrer Angehörigen. "Wir werden weiter alles daransetzen, dass Erinnerung, Verantwortung und der Einsatz gegen Rassismus und menschenfeindliche Ideologien fester Bestandteil unseres Handelns bleiben."