Datum17.01.2026 05:55
Quellewww.zeit.de
TLDRDas Mercosur-Abkommen, das nach mehr als 26 Jahren Verhandlungen unterzeichnet werden soll, markiert einen Wendepunkt für Südamerikas Handelsbeziehungen, indem es eine transatlantische Freihandelszone mit über 700 Millionen Menschen und einem BIP von 21 Billionen US-Dollar schaffen wird. Während dies wirtschaftliche Chancen für die Mercosur-Staaten birgt, gibt es Bedenken in der EU wegen niedrigerer Umwelt- und Agrarstandards. Zudem könnte Jordan Bardella Marine Le Pen als führende Figur des Rassemblement National ablösen, während in Frankreich Kommunalwahlen bevorstehen.
InhaltIn Paraguay soll das Mercosur-Abkommen unterzeichnet werden. Was bedeutet der Handelspakt für Südamerika? Und: Jordan Bardella als mögliche Nachfolge von Marine Le Pen Nach mehr als 26 Jahren Verhandlungen haben die EU-Mitgliedstaaten das Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur verabschiedet. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will das Abkommen unterzeichnen und reist dafür nach Paraguay, um auch die Zustimmung der Mercosur-Staaten einzuholen. Entstehen soll eine transatlantische Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Menschen und einer jährlichen Wirtschaftsleistung von rund 21 Billionen US-Dollar. Für die Länder Südamerikas bedeutet das Abkommen einen wirtschaftspolitischen Wendepunkt: Jahrzehntelang hatten sie ihre Märkte abgeschottet, um die eigene Industrie zu schützen. In der EU stößt das Abkommen aber auch auf Kritik, vor allem wegen niedrigerer Umwelt- und Agrarstandards in Südamerika. Welche Auswirkungen das Abkommen sonst auf die Weltordnung haben wird, analysiert ZEIT-Autor Philipp Lichterbeck. In Frankreich stehen im März landesweite Kommunalwahlen an, 2027 folgt die nächste Präsidentschaftswahl. Parteichef Jordan Bardella vom Rassemblement National (RN) könnte Marine Le Pen als Spitzenfigur der Partei ersetzen. Dieser wurde nach einer Verurteilung wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder das Recht auf eine Kandidatur entzogen. Während ihr Berufungsprozess läuft, reist Jordan Bardella durch Frankreich, besucht Veranstaltungen, stellt sein Buch vor und baut seine mediale Präsenz aus. Laut Umfragen wünschen sich bereits 44 Prozent der Franzosen, dass Jordan Bardella bei der nächsten Präsidentschaftswahl antritt. Er ist der erste RN-Vorsitzende ohne Le Pen-Namen, übernimmt aber weiterhin zentrale Elemente der Parteipolitik. ZEIT-Korrespondent Matthias Krupa ordnet ein, wie wahrscheinlich es ist, dass Marine Le Pen tatsächlich nicht antreten darf. Und sonst so? "Großer Stutenkerl" für Friedrich Merz Moderation und Produktion: Lisa Caspari Redaktion: Rita Lauter Mitarbeit: Sophia Boddenberg, Celine Yasemin Rolle Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de. Wenn Sie immer auf dem Laufenden bleiben wollen, abonnieren Sie hier die ZEIT auf Whatsapp.