Vergewaltiger gab Tat bei Facebook zu - bis zu vier Jahren Haft

Datum21.10.2025 00:49

Quellewww.spiegel.de

TLDRIan Cleary wurde in den USA für eine Vergewaltigung im Jahr 2013 verurteilt, nachdem er jahrelang jegliches Fehlverhalten bestritt. Das Geständnis über Facebook an sein Opfer Shannon Keeler führte zu neuen Ermittlungen. Cleary erhielt eine Haftstrafe von zwei bis vier Jahren, was Keelers Anwältin als zu milde bezeichnete. Der Fall erregte Aufmerksamkeit aufgrund Keelers Hartnäckigkeit, die schließlich zu dem Urteil führte. Cleary wurde 2024 aus Frankreich ausgeliefert und gestand 2025 seine Tat.

InhaltJahre nach der Tat schickte er seinem Opfer eine Nachricht auf Facebook: In den USA ist ein Mann wegen eines Übergriffs im Jahr 2013 verurteilt worden. Die Betroffene hatte jahrelang vergeblich versucht, Ermittlungen anzustoßen. "Also, ich habe dich vergewaltigt": Diese Sätze schrieb Ian Cleary Jahre nach seiner Tat seiner ehemaligen Kommilitonin Shannon Keeler. Nun ist der 32 Jahre alte US-Amerikaner zu zwei bis vier Jahren Haft verurteilt worden. Keelers Anwältin, Andrea Levy, sagte, das Urteil sei "weniger streng als wir erwartet hätten und weniger als er verdient". Trotzdem sei ihre Mandantin froh, dass die Sache nun abgeschlossen ist. Laut dem Richter ist bei dem Strafmaß das Geständnis, die Reue und die lange Geschichte psychischer Probleme des Täters eingeflossen. Der Fall hatte wegen des entschlossenen Auftretens Keelers über die USA hinaus für Aufsehen gesorgt. Cleary hatte die Studentin 2013 in ihrem Wohnheim auf dem Campus des Gettysburg College in Pennsylvania vergewaltigt. Anschließend bestritt er jegliches Fehlverhalten und verließ die Hochschule, diese stellte die Ermittlungen mangels Beweisen ein. Später studierte er nach Angaben der Nachrichtenagentur AP im Silicon Valley und arbeitete bei Tesla. Keeler berichtete immer wieder davon, wie sie versuchte, die Behörden von dem Erlebten zu überzeugen. In einem Interview  mit der Nachrichtenagentur AP erzählte sie 2021, jemand habe ihr gesagt, es sei schwierig, Fälle sexueller Übergriffe zu verfolgen, wenn das Opfer Alkohol getrunken habe. Zudem sei das Spurensicherungsset, das sie nach der Tat genutzt habe, mit der Einstellung des Verfahrens vernichtet worden. Den entscheidenden Beweis lieferte dann Cleary Jahre später selbst: Nachdem er 2021 die Facebook-Nachricht mit dem Geständnis geschickt hatte, wandte Keelers sich erneut an die Behörden. "Mir war sofort klar, dass man nicht jeden Tag ein Geständnis von demjenigen bekommt, der einen vergewaltigt hat", sagte sie damals dem Sender ABC News . Sie habe "egal was passiert, der Sache erneut nachgehen" müssen. Cleary wurde kurze Zeit später angeklagt und nach dreijähriger Fahndung 2024 aus Frankreich in die USA ausgeliefert. Dort saß er wegen geringfügiger Vergehen im Gefängnis, einen Zusammenhang mit der Tat gab es nicht. Im Juli 2025 bekannte er sich schuldig. "Ich habe zwölf Jahre lang auf diesen Moment gewartet", sagte Keeler anschließend der Nachrichtenagentur AP. "Es hat viele Menschen gebraucht, die das Richtige getan haben, um uns hierher zu bringen."