Datum16.01.2026 23:02
Quellewww.spiegel.de
TLDRBundeskanzler Friedrich Merz kritisierte den hohen Krankenstand in Deutschland von durchschnittlich 14,5 Tagen pro Jahr und hinterfragte die Notwendigkeit dieser Fehltage. Er forderte Anreize zur Rückkehr in den Job und schlug die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung vor. Die AOK widersprach, dass diese Regelung zu häufigeren Krankschreibungen führe, und betonte, dass die elektronische Krankmeldung zu einer besseren Erfassung von Fehlzeiten beiträgt. Merz will mit der SPD über mögliche Maßnahmen sprechen, um die volkswirtschaftliche Leistung zu steigern.
InhaltDer Bundeskanzler findet: Arbeitnehmer in Deutschland haben zu viele Krankheitstage. Bei einem Wahlkampfauftritt räsoniert er über eine Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Die AOK widerspricht. Bundeskanzler Friedrich Merz hat den aus seiner Sicht zu hohen Krankenstand der Deutschen kritisiert. Im Schnitt kämen die Beschäftigten in Deutschland auf 14,5 Krankentage, sagte der CDU-Politiker bei einer Wahlkampfveranstaltung in Bad Rappenau bei Heilbronn. "Das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen in Deutschland aus Krankheitsgründen nicht arbeiten. Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?" Man müsse sich darüber unterhalten, wie man Anreize schaffe, dass die Menschen ihrer Beschäftigung nachgingen, so Merz. Als Beispiel nannte er die Möglichkeit einer telefonischen Krankschreibung. Die gibt es seit 2021, die Union dringt auf eine Abschaffung. "Während der Coronazeit begründet richtig, heute immer noch?", fragte der Kanzler. Darüber müsse man mit dem Koalitionspartner SPD sprechen. "Am Ende des Tages muss stehen, dass wir alle zusammen in dieser Bundesrepublik Deutschland eine höhere volkswirtschaftliche Leistung gemeinsam erreichen, als wir sie gegenwärtig erreichen." Die Krankenkasse AOK geht allerdings davon aus, dass die Möglichkeit einer telefonischen Krankschreibung nicht dazu führt, dass sich Menschen häufiger krankschreiben lassen. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte hätten dies nur in einem Bruchteil der Fälle abgerechnet. Einen Einfluss auf die Zahlen kann der Kasse zufolge dagegen die Einführung der elektronischen Krankmeldung haben. Sie führe laut aktuellen Analysen zu einer vollständigeren Erfassung der Fehlzeiten. Lesen Sie hier , warum plötzlich alle ausgebrannt sind.