Nach Klagen: Oberstes US-Gericht prüft Glyphosat-Fall von Bayer

Datum16.01.2026 22:36

Quellewww.zeit.de

TLDRDas Oberste US-Gericht prüft einen Glyphosat-Fall von Bayer, der sich mit der Zulässigkeit von Klagen wegen fehlender Warnungen auf Verpackungen von Unkrautvernichtern befasst. Bayer argumentiert, dass die US-Umweltbehörde EPA keine Gesundheitsrisiken sehe, was die Unternehmen position stärke. Der Fall, in dem dem Kläger 1,25 Millionen Dollar zugesprochen wurden, könnte Grundsatzurteile für künftige Klagen beeinflussen. Bayer sieht die gerichtliche Prüfung als Chance, seine Rechtsstreitigkeiten zu minimieren, nachdem seit der Übernahme von Monsanto Klägerzahlen gestiegen sind.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Nach Klagen“. Lesen Sie jetzt „Oberstes US-Gericht prüft Glyphosat-Fall von Bayer“. Der Bayer-Konzern bekommt in den milliardenschweren Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA die Aussicht auf ein Grundsatzurteil des Obersten Gerichts. Das Supreme Court nahm einen der Fälle zur Prüfung an. Dabei will es speziell die Frage klären, ob Klagen wegen fehlender Warnungen auf Verpackungen von Unkrautvernichtern zulässig seien, wenn dies nicht von der amerikanischen Bundesumweltbehörde EPA verlangt worden sei. Der Fall des Klägers John Durnell war ursprünglich im Oktober 2023 in St. Louis verhandelt worden. Die Geschworenen kamen zu dem Schluss, dass das Unternehmen zu einer Krebswarnung auf dem Unkrautvernichter Roundup verpflichtet gewesen sei, und sprachen dem Kläger 1,25 Millionen Dollar zu. Bayer wählte den Fall dann später für den Gang vor den obersten US-Gerichtshof aus, um ein Grundsatzurteil zu erzielen. Bayer argumentiert, dass die US-Umweltbehörde EPA in dem Mittel keine Gesundheitsrisiken sehe, wenn es entsprechend den Vorschriften angewendet werde. Die EPA hatte das Produktlabel folglich ohne Warnung genehmigt. Daher sollten laut Bayer auch Schadenersatzansprüche "basierend auf dem Recht einzelner Bundesstaaten vor Gericht keinen Bestand haben". Anfang Dezember hatte der sogenannte Solicitor General - eine Art Generalanwalt der US-Regierung - sich ebenfalls für eine Prüfung des Falls durch das Oberste Gericht ausgesprochen. Bayer erhöhte im Herbst die Rückstellungen für Glyphosat-Fälle. Konzernchef Bill Anderson begründete das mit Vergleichsvereinbarungen sowie einem moderaten Anstieg der eingereichten Klagen. Zum Stand 15. Oktober sprach Bayer von 197.000 angemeldeten Ansprüchen, von denen rund 132.000 verglichen worden seien oder die Vergleichskriterien nicht erfüllt hätten. Anderson, der das Ruder in Leverkusen im Juni 2023 übernommen hatte, verfolgt das Ziel, die US-Rechtsstreitigkeiten bis Ende 2026 signifikant einzudämmen. Diese hatte sich Bayer 2018 mit der Übernahme des US-Agrarchemiekonzerns Monsanto ins Haus geholt. Nach einer ersten Niederlage in einem Glyphosat-Prozess stiegen dann die Klägerzahlen. Der Dax-Konzern begrüßte die Prüfung des Falls durch das Oberste Gericht. "Die Entscheidung des Supreme Court ist eine gute Nachricht für die Landwirte in den USA, die regulatorische Klarheit benötigen", erklärte Anderson. Es sei ein wichtiger Schritt in der Bayer-Strategie, die Rechtsstreitigkeiten signifikant einzudämmen. © dpa-infocom, dpa:260116-930-556879/1