Nach Wahl in Uganda: Oppositionskandidat Bobi Wine mit Armeehubschrauber verschleppt

Datum16.01.2026 22:28

Quellewww.spiegel.de

TLDREinen Tag nach der Präsidentschaftswahl in Uganda wurde Oppositionskandidat Bobi Wine, auch bekannt als Robert Kyagulanyi, angeblich von einem Armeehubschrauber entführt. Laut seiner Partei, der National Unity Platform (NUP), landete ein Militärhelikopter auf seinem Grundstück und verschleppte ihn gewaltsam, nachdem die Stromversorgung unterbrochen und sein Sicherheitspersonal angegriffen worden war. In der Wahl, an der über 21 Millionen Menschen teilnahmen, führt Amtsinhaber Yoweri Museveni mit 74 % der Stimmen. Die Geschehnisse und der Internetzugang sind stark eingeschränkt.

InhaltEinen Tag nach der ugandischen Präsidentschaftswahl soll Oppositionskandidat Bobi Wine mit einem Armeehubschrauber entführt worden sein. Bereits im Wahlkampf hatte es Repressionen gegeben. Nach Angaben der ugandischen Oppositionspartei National Unity Platform (NUP) ist ihr Präsidentschaftskandidat Bobi Wine einen Tag nach der Wahl in einem Armeehelikopter entführt worden. Ein Armeehubschrauber sei "auf dem Gelände" von Wine gelandet und habe ihn "gewaltsam an einen unbekannten Ort verschleppt", schrieb die NUP auf X  . Kurz zuvor hätten staatliche Sicherheitskräfte die Stromversorgung zur Residenz von Wine, einem ehemaligen Musiker, der mit bürgerlichem Namen Robert Kyagulanyi heißt, unterbrochen und Wines Sicherheitspersonal angegriffen, um gewaltsam in das Haus einzudringen. Zuvor war Wine nach Angaben der NUP unter Hausarrest gestellt worden. Das Militär und die Polizei hätten die Residenz des Herausforderers von Langzeitherrscher Yoweri Museveni "umzingelt und ihn und seine Frau damit praktisch unter Hausarrest gestellt", erklärte die NUP auf X . Ein Polizeisprecher sagte dem Sender NBS, Wine stehe "nicht unter Hausarrest, wir sorgen lediglich für seine Sicherheit". Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden. In dem ostafrikanischen Land mit rund 50 Millionen Einwohnern ist bereits seit Dienstagabend das Internet gesperrt und der Zugang zu sozialen Medien blockiert. Zudem verbot die Regierung Journalisten, über eventuelle Proteste und Unruhen zu berichten. Aktivisten hatten bereits im Wahlkampf Repressionen gegen Oppositionskandidaten und ihre Anhänger kritisiert. Das Uno-Menschenrechtskommissariat äußerte Besorgnis über "unzulässige Einschränkungen" der Opposition durch staatliche Sicherheitskräfte. Am Donnerstag waren mehr als 21 Millionen Menschen zu Präsidenten- und Parlamentswahlen aufgerufen. Der 81 Jahre alte Amtsinhaber Yoweri Museveni, der seit 40 Jahren in Uganda regiert, strebt eine siebte Amtszeit als Präsident an. Sein schärfster Rivale ist der 44-jährige Wine, der besonders bei jungen Leuten beliebt ist, die demografisch die Mehrheit der Bevölkerung stellen. Die staatliche Wahlkommission verkündete am Freitag nach Auszählung von etwa der Hälfte der abgegebenen Stimmen, Museveni liege mit rund 74 Prozent vorn, gefolgt von Wine mit etwa 22 Prozent der Stimmen. Das endgültige Ergebnis wird am Samstag erwartet. Lesen Sie hier  mehr über den Wahlkampf des Langzeitherrschers und des Popstars.