ChatGPT: Chatbot von OpenAI spielt künftig Werbung aus

Datum16.01.2026 20:54

Quellewww.spiegel.de

TLDROpenAI plant, Künstliche Intelligenz im Chatbot ChatGPT künftig über Werbung zu finanzieren, was einen Strategiewechsel darstellt. Künftig werde die kostenlose Version sowie der neue Einsteigertarif ChatGPT Go mit Werbung versehen, während teurere Abos wie Plus und Pro werbefrei bleiben. Nutzer können ihre Daten anpassen und Werbung deaktivieren, benötigen jedoch ein kostenpflichtiges Abo für eine werbefreie Nutzung. Die Testphase beginnt bald in den USA, ein europaweiter Start ist noch ungewiss.

InhaltWerbung auf ChatGPT? Undenkbar, fand der Chef des Mutterkonzerns OpenAI einst. Nun hat er seine Meinung geändert: Wer den Chatbot nutzt, bekommt künftig Reklame angezeigt. Es sei denn, man greift tiefer in die Tasche. Egal ob Ideen fürs Abendessen oder Ratschläge für verkorkste Beziehungen: Wer ChatGPT um Hilfe bittet, muss künftig damit rechnen, dass einem mehr oder weniger passende Werbung dazu angezeigt wird. Der Mutterkonzern des KI-Chatbots, OpenAI, hat mitgeteilt, die Basisversionen des Dienstes künftig über Anzeigen zu finanzieren. Ein erster Testlauf startet demnach bald in den USA. Betroffen sind den Angaben nach die kostenlose ChatGPT-Variante sowie der neue Einsteigertarif ChatGPT Go. Teurere Bezahl-Abos wie Plus, Pro, Business und Enterprise sollen auch in Zukunft werbefrei bleiben. ChatGPT ist der weltweit führende Anbieter von KI-Chatbots. In einem Blogbeitrag zu den geplanten Änderungen erläutert das Unternehmen die Prinzipien, nach denen die Anzeigen geschaltet werden sollen. "Werbung beeinflusst niemals die Antworten von ChatGPT", heißt es darin. Die Antworten würden rein danach optimiert, was am meisten helfe. "Anzeigen sind immer getrennt und klar gekennzeichnet." Das Unternehmen versprach auch, die Privatsphäre der Nutzer zu achten: "Wir halten Unterhaltungen mit ChatGPT strikt vor Werbetreibenden geschützt und verkaufen keine Daten." Jeder Nutzer entscheide selbst, wie Daten genutzt würden. "Personalisierung kann abgeschaltet und die für Anzeigen verwendeten Daten können jederzeit gelöscht werden." Außerdem gebe es immer einen Weg, ChatGPT ohne Werbung zu nutzen – etwa über einen kostenpflichtigen, werbefreien Tarif. Wer künftig bei ChatGPT keine Werbung zu Gesicht bekommen möchte, muss allerdings mindestens 20 US-Dollar im Monat für ein Abo von ChatGPT Plus in die Hand nehmen. Denn: Der neue Einsteigertarif ChatGPT Go, der monatlich acht Dollar kostet, ist nicht werbefrei. Die Tests mit den Werbeeinblendungen werden zunächst in den USA laufen. Wann ChatGPT auch in Deutschland und Europa mit Reklame zu sehen ist, steht bis jetzt nicht fest. Mit der Entscheidung für eine Werbefinanzierung vollzieht OpenAI einen Strategiewechsel. Firmenmitbegründer und CEO Sam Altman war früher strikt dagegen. Zuletzt äußerte er sich in Interviews jedoch offener. Dabei nannte er Instagram als Beispiel für Werbung, die nützlich sein könne, wenn sie gut gemacht sei. OpenAI versucht angesichts von hohen Betriebskosten für den Betrieb der riesigen KI-Modelle, neue Umsatzquellen zu erschließen. Dabei geht es vor allem darum, mit den Gratis-Nutzern Umsätze zu machen. Schätzungen zufolge nutzen über 90 Prozent der ChatGPT-Anwender die kostenlose Version. Diese Nutzer verursachen für OpenAI nur Kosten und bringen bisher keinen Umsatz. Wie OpenAI vom Non-Profit zum machthungrigsten Unternehmen der Welt aufstieg, lesen Sie hier.