Datum16.01.2026 20:30
Quellewww.spiegel.de
TLDRAshley St. Clair, Mutter von Elon Musks Kind, verklagt xAI wegen der Erstellung von sexualisierten Deepfakes, die ohne Zustimmung veröffentlicht wurden. Ihre Klage wird durch Behauptungen untermauert, dass die KI Grok Bilder von ihr, auch aus ihrer Kindheit, generiert hat. St. Clair kritisiert das Unternehmen und fordert rechtliche Grenzen gegen den Missbrauch von KI. xAI hat eine Gegenklage erhoben, weil die Klage in New York eingereicht wurde und nicht in Texas, wo sie angeblich verhandelt werden sollte.
InhaltFrauen und Kinder werden gegen ihren Willen "ausgezogen": Fakebilder fluten derzeit die Plattform X. Eine der Betroffenen ist Ashley St. Clair, die Mutter von Elon Musks dreizehntem Kind. Sie wehrt sich. Der Skandal um sexualisierte Deepfakes im Netz sorgte jüngst für Entsetzen: Seit Wochen wird die Plattform X mit KI-generierten Nacktbildern geflutet, vor allem von Frauen, aber auch von Kindern. Bislang wurde dagegen kaum etwas unternommen. Der Autorin Ashley St. Clair reicht es nun: Sie verklagt xAI, das zugehörige Unternehmen. Es ist die Firma von Elon Musk, mit dem St. Clair ein Kind hat. In der am Donnerstag in New York eingereichten Klage wird behauptet, dass das KI-Tool Grok, das zu xAI gehört, sexuell explizite Bilder auch von St. Clair erstellt habe. Die britische BBC hat die Unterlagen nach eigenen Angaben eingesehen. "Durch die Herstellung von nicht einvernehmlichen, sexuell expliziten Bildern von Mädchen und Frauen stellt xAI eine öffentliche Belästigung dar und ist kein hinreichend sicheres Produkt", sagte Carrie Goldberg, die Anwältin von St. Clair, gegenüber BBC News. "Wir beabsichtigen, Grok zur Rechenschaft zu ziehen und dazu beizutragen, klare rechtliche Grenzen zum Wohle der gesamten Öffentlichkeit festzulegen, um zu verhindern, dass KI für Missbrauchszwecke als Waffe eingesetzt wird", so die Anwältin weiter. xAI hat dem Bericht zufolge Gegenklage gegen St. Clair wegen Verstoßes gegen ihre Nutzungsbedingungen erhoben. Die Firma hat auf Anfragen von BBC News zu den Klagen bislang nicht reagiert. In der Gerichtsakte von St. Clairs Klage heißt es weiter: "X-Nutzer haben Fotos von Frau St. Clair ausgegraben, auf denen sie im Alter von 14 Jahren vollständig bekleidet zu sehen ist, und haben Grok aufgefordert, sie auszuziehen und ihr einen Bikini anzuziehen. Grok kam dieser Aufforderung nach." Die erstellten Bilder seien "faktisch nicht einvernehmlich" entstanden, aber die Entwickler von Grok hätten auch "ausdrückliche Kenntnis" von ihrer fehlenden Zustimmung gehabt, ist in der Anklage weiter zu lesen. Grok habe außerdem ein Bild erstellt, auf dem St. Clair, die Jüdin ist, "in einem mit Hakenkreuzen bedeckten String-Bikini" zu sehen sei. St. Clair hatte das Vorgehen Groks schon vor Einreichen der Klage auf X thematisiert. Daraufhin, heißt es in den Gerichtsunterlagen weiter, soll xAI "Vergeltungsmaßnahmen" gegen St. Clair ergriffen haben. So habe man etwa ihren Account "von Twitter Premium verbannt", wie St. Clair auch auf X schrieb. Das habe laut Klage unter anderem die Demonetarisierung ihres Kontos zur Folge gehabt. Zudem seien unzählige weitere Bilder von ihr erstellt worden. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Grok, das KI-Fragentool von X, gab die Hintergründe der Maßnahme indirekt zu: "Berichten zufolge wurde Ashley St. Clairs X-Premium-Abo entzogen, nachdem sie Grok öffentlich dafür kritisiert hatte, ohne ihre Zustimmung sexualisierte Bilder von ihr, darunter auch Kinderfotos, erstellt zu haben. Dies führte zum Verlust ihres blauen Hakens und der Monetarisierungsmöglichkeiten. X hat sich dazu bisher nicht offiziell geäußert", antwortete Grok auf eine entsprechende Frage. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. In der Gegenklage des Unternehmens heißt es laut BBC zur Begründung, Streitigkeiten mit xAI müssten immer in Texas ausgetragen werden. Die Klage sei aber in New York eingereicht worden. Anwältin Goldberg sagte dazu, die Gegenklage sei "erschütternd". Sie werde ihre Mandantin in New York "energisch verteidigen". Ihr zufolge werde "jede Gerichtsbarkeit die Beschwerde anerkennen". St. Clair ist die Mutter von Elon Musks dreizehntem Kind. Sie machte die Vaterschaft des Techmilliardärs selbst auf X öffentlich und gab an, um das alleinige Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn zu kämpfen. Musk sei kein guter Vater, sagte sie zur Begründung. Trotz des weltweiten Aufschreis, als die Dimensionen der sexualisierten Deepfakes bekannt wurden, ließ Musk die Nutzer auf X weiterhin derartige Fotos erstellen. Wie ist die Rechtslage, wie kann man sich wehren? Rechtsanwalt Thomas Schwenke klärt auf.