Datum16.01.2026 20:22
Quellewww.zeit.de
TLDRBundeskanzler Friedrich Merz äußert sich desillusioniert über Donald Trump und die US-Politik, die seiner Meinung nach zunehmend von Machtinteressen geprägt ist und das Völkerrecht missachtet. Merz fordert Europa auf, sich von den USA zu emanzipieren und nicht in einer Nische zu verharren. Er betont die Notwendigkeit, aus einer Position der Stärke zu argumentieren und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu steigern, um respektiert zu werden.
InhaltDonald Trump gehe auf Kritik nicht ein, sagt Kanzler Merz – sondern halte, was er tut, für richtig. Statt das Völkerrecht zu achten, machten die USA reine Machtpolitik Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Europa dazu aufgerufen, sich von den USA zu emanzipieren und sich nicht weiter kleinzumachen. "Wir erleben, dass unser wichtigster Verbündeter auf der Welt – und das sind bis heute die Vereinigten Staaten von Amerika –, sich abwendet von einer regelbasierten Ordnung", sagte Merz auf einer CDU-Wahlveranstaltung im baden-württembergischen Heddesheim. Statt sich am Völkerrecht zu orientieren, gehe die Entwicklung der US-Politik "hin zu einer reinen Macht- und interessengeleiteten Politik". Merz setzt zudem offenbar nicht mehr auf Änderungen bei Trump. Man könne diesen zwar kritisieren. "Aber was nutzt Kritik, wenn derjenige, dem sie gilt, darauf nicht reagiert, sondern das, was er tut, für richtig hält", sagte der Kanzler. Wenn Trump seine Politik weiter fortsetze, dürfe man nicht den "Kopf in den Sand stecken und sagen, wir fügen uns dem allen". Man dürfe nicht hinnehmen, zum Spielball der Großmächte zu werden und zu versuchen, irgendwo in einer kleinen Nische zu überleben. "Die Rechnung geht nicht auf. Wir leben nicht in einer Nische", mahnte der CDU-Vorsitzende. "Wir leben in einer der größten und erfolgreichsten Industrienationen der Welt." Auch aus den USA schaue man auf Deutschland, sagte Merz weiter. "Aber sie schauen nicht auf uns, wenn wir uns klein machen, wenn wir uns wegducken, sondern sie werden uns nur respektieren, wenn wir Bündnispartner haben in Europa, die mit uns die gleiche Sprache sprechen." Dafür müsse man aus einer Position der Stärke heraus argumentieren können, sagte Merz und forderte, die Wirtschaft stärker auf Wettbewerbsfähigkeit auszurichten. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.