Datum16.01.2026 19:52
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer designierte US-Botschafter Billy Long sorgte mit einem als Scherz gemeinten Kommentar, Island könne der „52. US-Bundesstaat“ werden, für Empörung. Eine Petition fordert seine Abweisung, da viele Isländer dies als respektlos empfinden. Long, der später um Entschuldigung bat und erklärte, es sei nur ein Witz gewesen, löste damit nicht nur Ärger in Island aus, sondern verstärkt auch die Spannungen zwischen den USA, Grönland und Dänemark.
Inhalt"52. US-Bundesstaat": Billy Bong soll Botschafter in Island werden. Doch mit einem angeblichen Scherz hat er die Inselbewohner aufgebracht. Eine Petition verlangt, ihn abzuweisen. In Island herrscht nach einer angeblich scherzhaften Äußerung des designierten US-Botschafters Billy Long Entsetzen. Der ehemalige republikanische Kongressabgeordnete hatte gewitzelt, Island könne der 52. US-Bundesstaat werden – und er selbst dessen Gouverneur. Darüber hatte "Politico" berichtet . In Longs Zählung wäre Grönland bereits als 51. US-Bundesstaat eingerechnet. In Island starteten Bürger daraufhin eine Petition, die Außenministerin Thorgerdur Katrín Gunnarsdóttir dazu auffordert, Long als Botschafter abzulehnen. Er habe die Worte möglicherweise nicht ganz ernst gemeint, "doch sie sind eine Beleidigung für Island und die Isländer, die für ihre Freiheit kämpfen mussten und stets Freunde der Vereinigten Staaten waren", schreiben die Organisatoren. Am Freitagvormittag hatten gut 4100 Personen die Online-Petition unterschrieben. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, bat das isländische Außenministerium die dortige US-Botschaft um eine Klarstellung. Longs angeblicher Witz kommt in einer angespannten Lage zwischen Grönland, Dänemark und den Vereinigten Staaten. US-Präsident Donald Trump äußert wiederholt, Amerika wolle das zum dänischen Königreich gehörende Grönland kaufen oder notfalls auch mit militärischer Gewalt annektieren. Wie "Arctic Today" berichtet , entschuldigte sich Long später für seine Äußerung. Er betonte demnach, dass es sich um einen Scherz gehandelt habe. "Wenn sich jemand dadurch beleidigt gefühlt hat, entschuldige ich mich", sagte Long dem Blatt. Island ist zwar kein Mitglied der EU, jedoch Teil des Europäischen Wirtschaftsraums sowie Gründungsmitglied der Nato. Genau wie Grönland zählte auch Island einst zum Königreich Dänemark, wurde aber 1918 unabhängig und 1944 zur Republik erklärt. Lesen Sie hier , wie in Grönland nach Trumps Drohungen die Angst umgeht.