Datum16.01.2026 17:37
Quellewww.zeit.de
TLDRKulturstaatsminister Wolfram Weimer fordert die EU auf, gegen die Verbreitung von KI-generierten Holocaustbildern vorzugehen. Er unterstützt die Forderung von Gedenkstätten, solche Inhalte klar zu kennzeichnen oder zu entfernen, um die Verfälschung der Geschichte zu verhindern. Weimer betont, dass manipulative Bilder die Erinnerung an die Opfer des Holocaust respektlos verfälschen. Zudem sollten soziale Medien-Anbieter für die Verbreitung dieser Inhalte zur Verantwortung gezogen werden. Über 30 deutsche KZ-Gedenkstätten haben diesen Appell im Rahmen eines offenen Briefs unterstützt.
InhaltDer Kulturstaatsminister schließt sich der Forderung von Holocaustgedenkstätten an, KI-Inhalte verpflichtend zu kennzeichnen. Geschichte dürfe nicht relativiert werden. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat die EU aufgefordert, gegen die Verbreitung KI-generierter Holocaustbilder und -filme vorzugehen. "Das große Leid der Opfer des Holocaust darf nicht verfälscht und verzerrt werden", sagte Weimer der Nachrichtenagentur Reuters. "Ich unterstütze deshalb die Forderung der Gedenkstätten, KI-generierte Bilder eindeutig zu kennzeichnen und wenn nötig zu entfernen." Dabei forderte Weimer auch, dass die EU-Kommission entschieden gegen die Betreiber von sozialen Medien vorgehen müsse. Ähnliches hatte er bereits in Bezug auf KI-generierte sexualisierte Bilder auf der Plattform X gesagt. "Wir müssen verhindern, dass mit solchen KI-generierten Bildern oder Videos in Sozialen Medien Geld verdient wird." Das gebiete der Respekt vor Millionen von Menschen, die von der nationalsozialistischen Terrorherrschaft getötet und verfolgt wurden. "Die Verbreitung manipulierter Bilder führt dazu, dass Geschichte umgeschrieben und letztlich relativiert wird", sagte Weimer. "Der Digital Service Act (DSA) nimmt die Plattformanbieter in die Pflicht." Mehr als 30 deutsche KZ-Gedenkstätten hatten Betreiber großer Internetplattformen in einem offenen Brief dazu aufgerufen, gegen geschichtsverfälschende KI-Bilder vorzugehen. Darin warnten die Einrichtungen vor immer mehr mit künstlicher Intelligenz erstellten Inhalten mit Bezug zum Nationalsozialismus, die "keine historischen Ereignisse abbilden, sondern frei erfunden sind". Diese Inhalte verfälschten die Geschichte durch "Verharmlosung und Verkitschung". Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.