Iran: Zweifel an Prognose von Friedrich Merz über Ende der Mullahs

Datum16.01.2026 16:25

Quellewww.spiegel.de

TLDRIm Iran gibt es derzeit heftige Proteste gegen das Regime, die größte seit Jahren, während die Regierung das Internet weitgehend abschaltet und Sicherheitskräfte repressiv agieren. Bundeskanzler Merz äußert Hoffnungen auf das Ende der Mullahs, doch Experten wie Christoph Reuter sehen die Situation skeptisch. Die wirtschaftliche Lage verschlechtert sich massiv, während es keine Anzeichen für Überläufer innerhalb der Sicherheitskräfte gibt. Das Regime bleibt trotz interner und externer Krisen stabil, gestützt durch Repression und wirtschaftliche Interessen.

InhaltDie aktuelle Protestwelle ist die heftigste seit Jahren. Der Bundeskanzler glaubt, dass die Mullahs am Ende sind. Es seien "die letzten Tage und Wochen". Gut möglich, dass er sich irrt. Hunderttausende protestieren in mehreren Städten Irans gegen das Regime. Polizeifahrzeuge brennen, Sicherheitskräfte schießen scharf, Aktivisten sprechen von mehr als 2500 Toten. Gleichzeitig ist die Lage unübersichtlich: Das Regime hat das Internet tagelang weitgehend abgeschaltet, auch Mobilfunk- und Festnetzdienste waren eingeschränkt. Aus dem Ausland kommen stark voneinander abweichende Schätzungen zu den Opferzahlen. Trotzdem verdichten sich die Anzeichen, dass Iran an einem Kipppunkt steht. Seit dem Krieg im vergangenen Juni ist die Währung massiv gefallen, die Inflation hoch, die Wirtschaft schrumpft. Hinzu kommen Korruption, Wasserknappheit und die zunehmende soziale Kontrolle, die sich besonders gegen Frauen richtet. Außenpolitisch ist Irans regionale Einflusszone – die "Achse des Widerstands" – deutlich geschwächt, während Teheran im Inneren immer mehr wie eine Macht wirkt, die nur noch durch Repression zusammengehalten wird. In dieser Ausgabe von "Acht Milliarden", dem Auslandspodcast des SPIEGEL, spricht Host Juan Moreno mit dem SPIEGEL-Reporter Christoph Reuter. Er sieht die Lage nicht so optimistisch wie Kanzler Merz, der von den letzten Tagen und Wochen des Regimes sprach. Von den Sicherheitskräften sind keine Gruppen von Überläufern bekannt, kein General hat die Seiten gewechselt. Genau darum geht es in dieser Folge: Was müsste passieren, damit das Regime tatsächlich fällt? Und welche Rolle spielen dabei die knallharten ökonomischen Interessen der iranischen Eliten  ? Hier geht es zur neuen Podcast-Episode: Sie können "Acht Milliarden" in allen Podcast-Apps kostenlos hören und abonnieren. Klicken Sie dafür einfach auf den Link zu Ihrer Lieblings-App: Und abonnieren Sie dann den Podcast, um keine Folge zu verpassen. Wenn Sie lieber eine andere Podcast-App nutzen, suchen Sie dort einfach nach "Acht Milliarden". Den Link zum RSS-Feed finden Sie hier .