Datum16.01.2026 15:38
Quellewww.zeit.de
TLDRBeim Bahnprojekt "Wallauer Spange" zwischen Wiesbaden und dem Frankfurter Flughafen befürchten Kritiker Verzögerungen. Der Verkehrsclub Deutschland fordert eine klare finanzielle Zusage der Bundesregierung, damit der Bau 2026 beginnen kann. Eine parlamentarische Anfrage zeigt, dass bis 2029 zwei Milliarden Euro für Bahn-Neubauprojekte fehlen. Trotz eines Sondervermögens von 500 Milliarden Euro wird der Fokus auf der Instandhaltung bestehender Infrastruktur gelegt, was die Realisierung neuer Projekte behindert. Grüne Politiker verlangen dringende Maßnahmen zur Verbesserung des Schienennetzes.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bahnprojekte“. Lesen Sie jetzt „Verzögerungen beim Bahnprojekt "Wallauer Spange" befürchtet“. Ein befürchteter Stillstand beim geplanten Bau des Bahnprojektes "Wallauer Spange" zwischen Wiesbaden und dem Frankfurter Flughafen ruft Kritiker auf den Plan. "Die "Wallauer Spange" gehört zu den wichtigsten Schienenprojekten in der Region", betonte Till Schäfer vom hessischen Landesverband des Verkehrsclubs Deutschland. Der Verband fordere die Koalition auf Bundesebene auf, sich klar zu diesem Projekt zu bekennen und kurzfristig das notwendige Geld bereitzustellen. Der Bau sollte laut Schäfer 2026 beginnen, um die Landeshauptstadt besser an den Fernverkehr und den Flughafen anzubinden. Die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Katy Walther, teilte mit: "Diese nur etwa vier Kilometer lange Bahnstrecke würde die Verbindung zwischen Wiesbaden und Frankfurt erheblich verbessern – und damit die Pendlerbeziehungen." Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage von Grünen-Politikern geht hervor, dass zur Umsetzung von Bahn-Neubauprojekten bis 2029 zwei Milliarden Euro fehlen. Zuerst hatte der "Tagesspiegel" darüber berichtet. Auf die Frage, welche Vorhaben des "Bedarfsplans Schiene" bisher noch keine Baufinanzierungsvereinbarung hätten, nannte das Ministerium fünf Projekte - darunter die "Wallauer Spange". Ein Sprecher von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sagte in Berlin, die Projekte hätten noch kein Baurecht. Man sei noch nicht an einer Stelle, wo eine Baufinanzierung vonnöten wäre. Es müsse dann, wenn die Projekte baureif seien, in der Bundesregierung die Frage der Finanzierung geklärt werden. Das Ministerium habe großes Interesse daran, dass auch der Aus- und Neubau der Schieneninfrastruktur deutlich vorankomme und baureife Projekte in den Bau gehen könnten, um die Schieneninfrastruktur weiter zu verbessern, sagte der Sprecher. Das Ministerium prüfe derzeit, wie dies im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel umgesetzt werden könne. Es werde derzeit aber nichts gestoppt oder angehalten. Es gehe um die mittelfristige Perspektive von Projekten. Der Grünen-Verkehrspolitiker und frühere hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir sagte, die Bundesregierung müsse jetzt alle Hebel in Bewegung setzen, um das Schienennetz in Deutschland schnellstmöglich fit zu machen. Stattdessen verzögerten sich fertig geplante Bahnprojekte, weil der Bund trotz 500 Milliarden Euro Sondervermögen Infrastruktur angeblich kein Geld habe. In dem Sondervermögen liegt der Fokus auf der Sanierung etwa maroder Brücken und bestehender Bahnstrecken. Im Oktober hatten die Koalitionsspitzen mitgeteilt, es sollten auch Erhaltungsmaßnahmen finanziert werden können. © dpa-infocom, dpa:260116-930-555391/1