Datum16.01.2026 15:31
Quellewww.zeit.de
TLDRKlaus Josef Lutz trat als Präsident der Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern zurück, nachdem die Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen Untreueverdachts im Zusammenhang mit der Schieflage des Mischkonzerns Baywa ermittelt. Lutz war seit 2021 in dieser Position und wird nicht für ein weiteres Mandat kandidieren. Sein Nachfolger im IHK-Präsidentenamt, Peter Inselkammer, übernimmt interimistisch. Die Baywa, unter Lutz' Leitung, hat mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, nachdem hohe Kredite während seiner Amtszeit aufgenommen wurden.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Industrie- und Handelskammer“. Lesen Sie jetzt „Nach Ermittlungen: Lutz tritt als IHK-Chef zurück“. Einen Tag, nachdem Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den früheren Baywa-Chef Klaus Josef Lutz bekanntgeworden sind, hat er sein verbliebenes Amt als Präsident der Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern niedergelegt. Damit verliert er auch das Amt als Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK), wie eine Sprecherin erklärt. Zudem wird er in der ab April anstehenden nächsten Wahl nicht für ein Mandat in der Vollversammlung kandidieren, wie die IHK mittelt. Der Münchner Unternehmer Peter Inselkammer übernimmt das Amt des IHK-Präsidenten vertretungsweise. Die nächste BIHK-Vollversammlung wird der Präsident der IHK Niederbayern, Thomas Leebmann, leiten. Lutz war seit 2021 Präsident der IHK München und Oberbayern. Als er gewählt wurde, stand er noch an der Spitze des inzwischen strauchelnden Mischkonzerns Baywa. Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass die Münchner Staatsanwaltschaft bei ihren Untersuchungen rund um die Schieflage der Baywa wegen Untreueverdachts gegen Lutz ermittelt. Bisher hat Lutz jede Verantwortung für die Baywa-Krise zurückgewiesen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Lutz leitete den Baywa-Vorstand von 2008 bis Frühjahr 2023 und wechselte danach an die Spitze des Aufsichtsrats, bevor er auch diesen Posten wenige Monate später Anfang 2024 abgab. Den Jahresabschluss 2023 hatte Lutz nicht unterschrieben. Der Konzern war im Sommer 2024 in Schieflage geraten und ist derzeit einer der größten Sanierungsfälle in Deutschland. Ein maßgeblicher Auslöser waren die hohen Zinszahlungen für 5,4 Milliarden Euro an Bankkrediten, die das Unternehmen im Zuge einer von Lutz gesteuerten internationalen Expansion in den 2010er Jahren aufgetürmt hatte. Der Sanierungsplan der jetzigen Vorstandsriege sieht vor, bis Ende 2028 vier Milliarden Euro Kredite abzuzahlen. Dafür sollen rund zwei Drittel der früheren Baywa-Geschäfte verkauft werden. Im Wesentlichen sind das die Auslandstöchter, die der Konzern unter Lutz' Regie auf Kredit gekauft hatte. © dpa-infocom, dpa:260116-930-555315/1