Datum16.01.2026 14:13
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Düsseldorf hat ein Prozess gegen vier Männer aus Osteuropa wegen der Gründung einer illegalen Zigarettenfabrik begonnen. Ihnen wird besonders schwere Steuerhinterziehung und die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Zwischen April 2024 und März 2025 wurden etwa 275 Millionen Zigaretten produziert, was einen Steuerschaden von über 53 Millionen Euro verursacht hat. Bei einer Razzia wurden 25 Millionen gefälschte Zigaretten und 15 Tonnen Tabak sichergestellt. Der Prozess wird voraussichtlich bis Ende August andauern.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „53 Millionen Steuerschaden“. Lesen Sie jetzt „Illegale Zigarettenfabrik in Düsseldorf – Prozess gestartet“. Nach der Entdeckung einer illegalen Zigarettenfabrik in Düsseldorf hat ein weiterer Prozess begonnen - auch gegen zwei mutmaßliche Hauptverantwortliche. Angeklagt sind am Landgericht insgesamt vier Männer aus Osteuropa im Alter zwischen 45 und 58 Jahren. Ihnen werden die Bildung einer kriminellen Vereinigung und besonders schwere Steuerhinterziehung vorgeworfen. Zum Auftakt kündigten die Verteidiger Einlassungen ihrer Mandanten zu einem späteren Zeitpunkt an. Laut Anklage waren in der Lagerhalle im Stadtteil Lierenfeld im Zeitraum vom April 2024 bis März 2025 etwa 275 Millionen Zigaretten hergestellt worden. Der Steuerschaden liege bei mehr als 53 Millionen Euro. Ein 46-Jähriger soll als Manager und ein 48-Jähriger als Vorarbeiter an der illegalen Zigarettenproduktion "industriellen Ausmaßes" beteiligt gewesen sein. Zwei weitere Angeklagte sollen als Produktionshelfer beschäftigt gewesen sein und die Vorwürfe bereits gestanden haben. Bei einer Razzia am 18. März des vergangenen Jahres waren 25 Millionen gefälschte Markenzigaretten und 15 Tonnen Tabak sichergestellt worden. Für den Prozess sind bis Ende August 42 Verhandlungstage angesetzt. "Die werden wir wohl nicht brauchen", sagte der Vorsitzende Richter und verwies auf einen parallel laufenden Prozess gegen acht Männer, die als einfache Arbeiter in der illegalen Zigarettenfabrik tätig gewesen sein sollen. "Sie haben meines Wissens nach alle gestanden." Die Ermittlungen waren durch einen Tipp der italienischen Polizei ins Rollen gekommen. In einer Halle entdeckten die Ermittler dann eine komplette Produktionsstraße, inklusive Tabakschneide- und Trocknungsmaschine, Stromgeneratoren und Abluftanlagen. © dpa-infocom, dpa:260116-930-554657/1