Datum20.10.2025 20:33
Quellewww.spiegel.de
TLDRDrei Jugendliche wurden in Österreich zu Haftstrafen verurteilt, weil sie eine Lehrerin misshandelt haben sollen. Ein 15-Jähriger erhielt dreieinhalb Jahre, ein 17-Jähriger drei Jahre und ein weiterer 15-Jähriger 15 Monate Haft, wobei zehn Monate auf Bewährung ausgesetzt sind. Die Angeklagten gestanden Brandstiftung, bestreiten jedoch schwerwiegendere Vorwürfe wie Vergewaltigung. Der Fall begann mit einem einvernehmlichen Verhältnis zwischen der Lehrerin und einem ehemaligen Schüler, bevor andere Jugendliche sie unter Druck setzten und missbrauchten.
InhaltWeil sie gemeinsam mit anderen ihre Lehrerin gequält haben sollen, müssen drei junge Männer in Österreich ins Gefängnis. Die schwerwiegendsten Vorwürfe bestritten sie bis zuletzt. Im Prozess um den Missbrauch einer Lehrerin sind die drei Hauptangeklagten zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt worden. Das berichten österreichische Medien, darunter der "Standard" und der ORF . Ein 15-jähriger muss demnach für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis, ein 17-Jähriger für drei Jahre. Ein weiterer 15-Jähriger erhielt 15 Monate Haft. Davon sind zehn Monate bedingt, müssen also nicht abgesessen werden, sofern sich der Jugendliche in einer festgelegten Probezeit nach der Haftentlassung gesetzeskonform verhält. Die Hauptangeklagten sitzen seit acht Monaten in Untersuchungshaft. Sie sollen ihre Lehrerin laut Anklage vergewaltigt und sexuell genötigt sowie die Wohnung der jungen Frau angezündet haben. Vor Gericht gestanden die Jugendlichen die Brandstiftung, nicht jedoch die anderen Vorwürfe. Zu der Gruppe sollen insgesamt sieben Jungen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren gehören. Sie sollen die Taten in wechselnden Zusammensetzungen begangen haben, nicht allen Angeklagten werden also alle Taten vorgeworfen. Ausgangspunkt der Serie an mutmaßlichen Straftaten war der Staatsanwaltschaft zufolge ein einvernehmliches sexuelles Verhältnis zwischen der inzwischen 30 Jahre alten Frau und einem ehemaligen Schüler, das im April 2024 begann. Da der Jugendliche damals bereits über 14 Jahre alt war, habe sich die Lehrerin damit nicht strafbar gemacht. Ab Mai 2024 besuchte der Jugendliche die Lehrerin mit Freunden, die sich nach Angaben der Frau als Mitglieder einer kriminellen Gang präsentierten und sie einschüchterten. Bei späteren Besuchen hätten einige der Angeklagten mit der Lehrerin Drogen konsumiert. Dabei hätten die Jugendlichen den Zustand der Frau ausgenutzt und sie sexuell missbraucht, sagte die Staatsanwältin zum Prozessauftakt Anfang Oktober. Nach Angaben der Anklägerin drohten die Jugendlichen der Frau, dem Direktor ihrer Schule von Sex- und Drogenpartys zu erzählen. So hätten sie die Lehrerin unter Druck gesetzt, damit sie ihnen Essen, Getränke, Taxifahrten und Tabak finanzierte.