Datum16.01.2026 12:26
Quellewww.spiegel.de
TLDRPorsche verzeichnete 2025 einen drastischen Rückgang im Absatz, mit 10 Prozent weniger verkauften Fahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr. Besonders betroffen ist China, wo die Verkäufe um 26 Prozent auf nur 41.900 Fahrzeuge sanken. Gründe sind harte Marktbedingungen und ein intensiver Wettbewerb, insbesondere im E-Segment. Auch in Deutschland und Europa gingen die Verkaufszahlen deutlich zurück. Dennoch bleibt Nordamerika stabil. Porsche erwartet für 2026 eine erneute Herausforderung durch das Auslaufen bestimmter Modelle. Aktien fielen nach Bekanntgabe der Zahlen leicht.
InhaltDer deutsche Sportwagenbauer Porsche hat 2025 zehn Prozent weniger Autos verkauft als im Vorjahr. In China ist das Geschäft besonders stark geschrumpft. Das schwache Chinageschäft belastet die Lage des Stuttgarter Autokonzerns Porsche. 2025 verkaufte das Unternehmen gerade mal noch gut 41.900 Fahrzeuge in dem asiatischen Land. Das waren rund 26 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie der Konzern mitteilte. Insgesamt setzte die VW-Tochter gut 279.400 Sport- und Geländewagen ab. Das ist der niedrigste Stand seit dem Coronajahr 2020. Damals hatten die Schwaben fast 272.200 Fahrzeuge ausgeliefert. Beim Chinageschäft ist es bereits der vierte Rückgang in Folge. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 hatte Porsche noch fast 95.700 Sport- und Geländewagen in der Volksrepublik abgesetzt. Als wesentliche Gründe für die Flaute nannte Porsche die Marktbedingungen und einen harten Wettbewerb, vor allem bei E-Modellen. Der frühere Porsche-Chef Oliver Blume hatte im vergangenen Jahr mehrfach betont, dass der Markt für Luxusprodukte in der Volksrepublik förmlich zusammengebrochen sei. Einer der Gründe dafür ist die Kaufzurückhaltung wohlhabender Chinesen, bei denen das Geld wegen der Immobilienkrise nicht mehr so locker sitzt. Seit Anfang Januar ist Michael Leiters neuer Porsche-Chef, Blume konzentriert sich auf die Führung der Konzernmutter Volkswagen. Auch in anderen Weltregionen läuft es nicht rund: Im Heimatmarkt Deutschland ging der Absatz um 16 Prozent zurück, im Rest Europas um 13 Prozent. In Afrika, Lateinamerika, Australien, Japan und Südkorea verzeichnete Porsche ebenfalls ein leichtes Minus. Immerhin: In der größten Vertriebsregion Nordamerika liegen die Zahlen mit gut 86.200 Auslieferungen auf Vorjahresniveau. Porsche ist mit der Krise nicht allein. Die exportorientierten deutschen Autokonzerne klagen durch die Bank über Probleme, vor allem beim Hochlauf der E-Mobilität sind sie im internationalen Wettberwerb ins Hintertreffen geraten. Sie gelten zudem als teuer, Zölle belasten zusätzlich das Geschäft. Über alle Märkte hinweg verkaufte Porsche vergangenes Jahr im Vergleich zu 2024 rund zehn Prozent weniger Sport- und Geländewagen. Bereits 2024 war der Gesamtabsatz um drei Prozent auf rund 310.700 gesunken. An der Börse lagen die Porsche-Aktien nach Bekanntgabe der Absatzzahlen leicht im Minus. Vertriebsvorstand Matthias Becker zufolge war die Entwicklung erwartet worden. Für 2026 zeigte er sich zurückhaltend: Weil die Produktion des 718 (die Modelle Spyder und Cayman) und der Verbrenner-Version des Macan auslaufe, plane man "realistisch". Direkte Nachfolger gibt es nicht. Der Kompakt-SUV Macan war im vergangenen Jahr das bestverkaufte Modell. Porsche lieferte davon gut 84.300 Stück aus – ein Plus von zwei Prozent. Mehr als die Hälfte entfiel auf die vollelektrische Variante. Der Sportwagenklassiker 911 legte leicht auf fast 51.600 Fahrzeuge zu. Das sei ein Auslieferungsrekord, hieß es. Bei allen anderen Modellen ging es 2025 bergab.