Verbrechen in Südkorea: Lehrerin lockt Schülerin in Unterrichtsraum und ersticht sie – lebenslange Haft

Datum20.10.2025 19:51

Quellewww.spiegel.de

TLDREine 48-jährige Lehrerin aus Daejeon, Südkorea, wurde wegen des Mordes an einer Schülerin zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Tat geschah im Februar, als sie das Kind in einen Raum lockte und mit einem neu gekauften Messer erstach. Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert, das Gericht entschied jedoch auf lebenslange Haft. Die Lehrerin hatte vor der Tat depressive Symptome gezeigt und es gab Hinweise auf gewalttätiges Verhalten. Sie zeigte nach der Tat keine Reue, reichte aber Briefe mit Reue ein.

InhaltDie Gewalttat einer Lehrerin schockiert derzeit Südkorea. Nach einer tödlichen Messerattacke auf ein Kind im Februar muss die 48-Jährige nun lebenslang ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe beantragt. Eine frühere Grundschullehrerin, die in der südkoreanischen Stadt Daejeon im Februar ein Kind erstochen hat, ist zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das berichten koreanische Medien  sowie die britische BBC . Das Gericht blieb damit hinter der Forderung der Staatsanwaltschaft zurück, welche die Todesstrafe verlangt hatte. Das Alter des Opfers wird in verschiedenen Medienberichten abweichend mit sieben beziehungsweise acht Jahren angegeben. Den Angaben zufolge hatte die 48-Jährige das Kind nach Unterrichtsende in den Medienraum der Schule gelockt, indem sie dem Mädchen ein Buch anbot. In dem Unterrichtszimmer soll sie dann mit einem erst am selben Tag gekauften Messer auf das Kind eingestochen haben. Die Täterin hatte den Berichten zufolge in einer Vernehmung nach der Tat gesagt, ihr Plan sei gewesen, ein zufälliges Opfer und sich selbst zu töten. Unter Verweis auf Depressionen hatte die Frau in der Zeit zuvor eine sechsmonatige Beurlaubung beantragt, kehrte aber 20 Tage später in die Schule zurück, da ein Arzt sie für arbeitsfähig befunden hatte. Schon in den Tagen vor der Messerattacke soll die Lehrerin gewalttätiges Verhalten an den Tag gelegt haben, so habe sie eine Kollegin in den Schwitzkasten genommen. "Als Grundschullehrerin befand sich die Angeklagte in einer Position, das Opfer zu schützen", heißt es im Urteil des Gerichts am Montag. "Doch sie beging diese brutale Tat, bei der ein Kind nicht dort geschützt wurde, wo es am sichersten sein sollte." Die Täterin erklärte, sie werde ihr ganzes Leben lang über ihre Fehler nachdenken. Ihr Urteilsvermögen sei zum Zeitpunkt der Messerattacke geschwächt gewesen, da sie sich in psychischer Behandlung befand, sagte sie vor Gericht. Die Verteidigung hatte in den Prozess ein Gutachten eingebracht, das der Angeklagten zum Tatzeitpunkt eine verminderte Steuerungsfähigkeit bescheinigte. Die Staatsanwaltschaft wandte demgegenüber ein, dass die Depression einem Attest zufolge fast abgeklungen gewesen sei. Die Staatsanwaltschaft erklärte, die ehemalige Lehrerin habe während der Ermittlungen keine Reue gezeigt. Allerdings reichte die Täterin Dutzende Briefe beim Gericht ein, in denen sie Reue zum Ausdruck brachte. Das Gericht verhängte nun eine lebenslange Haftstrafe. Obwohl das Risiko, erneut straffällig zu werden, hoch sei, sei es schwierig zu schlussfolgern, dass die Angeklagte hingerichtet werden müsse, hieß es den Angaben zufolge zur Begründung.