Datum20.10.2025 19:47
Quellewww.zeit.de
TLDRDie EU-Länder haben mehrheitlich beschlossen, ab 2028 den Import von russischem Gas zu stoppen, mit der Möglichkeit eines früheren Verbots für Flüssigerdgas (LNG) bereits ab 2027. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche betont, dass die Preise für Verbraucher nicht steigen dürften, da ausreichend Gas auf dem Markt vorhanden sei. Aktuell gibt es noch keine Gas-Sanktionen, obwohl die EU bereits Öl- und Kohle-Importverbote erlassen hat. Der Importstopp muss noch mit dem EU-Parlament verhandelt werden.
InhaltTrotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wird weiterhin Gas aus Russland in die EU importiert. Doch das wollen die EU-Länder mehrheitlich ab 2028 verbieten. Die Länder der Europäischen Union haben sich mehrheitlich für einen vollständigen Stopp russischer Gasimporte ausgesprochen. Spätestens ab 2028 soll demnach kein Gas aus Russland mehr eingeführt werden. Es könnte jedoch schon vorher zu einem vollständigen Importverbot von russischem Flüssigerdgas (LNG) kommen. So will die EU-Kommission den Import im Rahmen neuer Sanktionen gegen Russland schon ab Anfang 2027 verbieten. Aktuell wird das 19. Sanktionspaket in Brüssel verhandelt. Laut Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) wird der Einfuhrstopp nicht zu höheren Preisen für Verbraucher führen. Auf den LNG-Märkten stehe sehr viel mehr Gas zur Verfügung. "Wo viel Volumen ist an Gas, werden auch die Preise nicht so in die Höhe schnellen", sagte Reiche am Rande eines Treffens in Luxemburg. Sie und ihre Amtskollegen stimmten dort für den Stopp russischer Gasimporte. Sie schaue mit Gelassenheit, aber nicht mit Sorglosigkeit in die Zukunft, sagte Reiche. Die EU hatte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine bereits weitreichende Importverbote für russische Energieträger wie Kohle und Öl erlassen. Bisher gab es aufgrund von Abhängigkeiten jedoch noch keine Gas-Sanktionen. Im ersten Halbjahr 2025 importierte die EU nach Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat noch Flüssigerdgas aus Russland im Wert von fast 4,5 Milliarden Euro. 2024 machten die russischen Gaslieferungen noch etwa ein Fünftel aller Einfuhren aus. Mittlerweile kommt mehr als die Hälfte davon als Flüssigerdgas an. Damit die Verordnung zum Importstopp in Kraft treten kann, müssen die EU-Länder noch mit dem EU-Parlament verhandeln. Die Verordnung soll unabhängig von dem in den Sanktionen geplanten Importverbot beschlossen werden. So würde der Importstopp auch dann noch gelten, falls Sanktionen wieder aufgehoben werden sollten.