Boris Pistorius: Bundesverteidigungsminister geht nicht davon aus, dass Trump Grönland übernimmt

Datum16.01.2026 07:22

Quellewww.spiegel.de

TLDRBundesverteidigungsminister Boris Pistorius sieht keine Gefahr einer US-Anexion Grönlands, trotz Drohungen von Donald Trump. Er rät zu Gelassenheit und betont, dass Deutschland Militärsendungen zur Sicherheit Grönlands gemeinsam mit den USA durchführen möchte. Pistorius warnt, die Debatte nicht zu übertreiben, da sie den Feinden der NATO nützen könnte. Frankreich plant die Eröffnung eines Konsulats auf der Insel, die zu Dänemark gehört, während Deutschland 13 bis 15 Militärangehörige entsenden will.

InhaltBundesverteidigungsminister Boris Pistorius sieht trotz der jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump keine Gefahr einer US‑Annexion Grönlands. Im ZDF mahnte er zu Gelassenheit. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius geht nicht von einer US-Annexion Grönlands aus – trotz der Drohungen von US-Präsident Donald Trump. "Ich sehe nicht, dass es zu einer solchen Aktion kommt", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag dem ZDF. "Ich kann nicht in die Zukunft gucken und vielleicht werde ich eines Besseren oder Schlimmeren belehrt", sagte er und mahnte zu mehr Gelassenheit. "Ich glaube, es ist falsch, sich permanent mit dem ›Was wäre wenn‹' zu beschäftigen, sondern wir sollten einfach ‌schlicht und ergreifend unsere Arbeit machen." US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt erklärt, die USA müssten Grönland ⁠für ‍die eigene Sicherheit besitzen. Die Insel hätten auch Russland und China im Visier. Grönland ist ein autonomer Teil des Nato-Partners Dänemark. Auf dessen Bitten hatten ​verschiedene Staaten einer Entsendung von Militär für einen Erkundungseinsatz ‌zugestimmt. Auch Deutschland ⁠will 13 bis 15 Militärangehörige schicken. Es gehe dabei um die Sicherheit Grönlands, dies sei nicht gegen die USA gerichtet. Diese hätten ohnehin einen Stützpunkt dort. Ob die Bundeswehr-Truppe später aufgestockt werde, ⁠hänge von einer entsprechenden Bitte Dänemarks und einer Entscheidung der Nato ab, sagte Pistorius weiter. Er betonte, dass jegliche Maßnahmen gemeinsam mit den ‌USA erfolgen müssten, da es ‍sich um "gemeinsames Territorium" handle. Frankreich hatte angekündigt, ein Konsulat auf der autonom regierten, aber zu Dänemark gehörenden Insel zu eröffnen. Der Sozialdemokrat Pistorius warnte davor im ZDF außerdem davor, der Debatte zuviel Raum zu ‍geben. Für die Feinde der Nato sei dies "ein gefundenes Fressen". Man sei gut beraten, "nicht über jedes Stöckchen zu ‍springen", das hingehalten werde. Es sei nicht seine Aufgabe, "die Botschaften anderer ⁠zu multiplizieren" ​und so zur Verunsicherung im Bündnis beizutragen.